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ProSiebenSat.1 verringert Verlust

Das erste Quartal des Jahres hätte schlimmer kommen können für die ProSiebenSat.1 Group. Der Umsatz ist zwar um 14 Prozent gefallen auf 627 Mio. Euro, der operative Gewinn (EBITDA) kletterte jedoch überraschend hoch auf 90,4 Mio. Euro bei einer EBITDA-Marge von 15 Prozent. Unterm Strich machte die Gruppe 1,7 Mio. Euro Verlust, deutlich weniger als noch im 1. Quartal 2008 (-7,9). Die Zukunft ist wegen ungewisser Aussichten auf dem Werbemarkt und einem drohenden Machtkampf in der Holding komplett unklar.

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Kurz vor Bekanntgabe der aktuellen Quartalszahlen berichtete die „Financial Times Deutschland“, dass die Hedge Fonds Apollo, Avenue Capital und Octavian sich über Kredite in die Holding Lavena der Finanzinvestoren Permira und KKR eingekauft haben. Über die Lavena-Holding kontrollieren Permira und KKR die ProSiebenSat.1 Group, mittlerweile aber wohl nicht mehr alleine. Der geringe Börsenkurs des TV-Konzerns hat die Gruppe offenbar attraktiv für die Spekulationen von Finanz-Jongleuren gemacht.

Für CEO Thomas Ebeling und seine Mannschaft sind das beunruhigende Nachrichten. Die Absichten der neuen Machthaber liegen im Dunkeln, und dass zu einer Zeit, da der fürs deutsche Free-TV-Geschäft zuständige Vorstand Andreas Bartl gerade alles versucht, den schwächelnden Hauptsender der Gruppe, Sat.1, wieder auf Vordermann zu bringen. Der gestiegene operative Gewinn für das erste Quartal zeigt schon mal in die richtige Richtung.

Die Spar-Bemühungen, vor allem die Verlegung von Sat.1 von Berlin nach München-Unterföhring, und Programm-Investitionen dürften sich in den kommenden Quartalen weiter auszahlen. Doch schon im zu Ende gegangenen 1. Quartal sind die Gesamtkosten der Gruppe um 105,1 Mio. Euro (15,4 Prozent) auf 577,6 Mio. Euro gesunken. Die Probleme mit dem von Kunden nicht akzeptierten Werbezeiten-Verkaufsmodell, die die Gruppe zusätzlich zur Konjunkturschwäche ins Trudeln brachten, scheinen ausgestanden. Laut CEO Ebeling konnte der Brutto-Marktanteil bei der TV-Werbung in Deutschland um drei Prozentpunkte auf 43,6 Prozent gesteigert werden.

Dass der Umsatz im Free-TV in Deutschland trotzdem um knapp sieben Prozent auf 388,8 Mio. Euro und international sogar um 12,6 Prozent auf 153,9 Mio Euro zurückging, sei der Wirtschaftskrise geschuldet, so Ebeling. Außerdem hat sich die Gruppe den nordeuropäischen Pay-TV-Sender CMore verkauft, der nunmehr erstmals nicht mehr in der Bilanz auftaucht. Im 1. Quartal 2008 waren noch CMore-Umsätze in Höhe von knapp 42 Mio. Euro enthalten. Eine Prognose für das Gesamtjahr wagt die Gruppe freilich nicht. „Zu geringe Marktvisibilität“, heißt es. Es wird auf Sicht gefahren.

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