Murdoch: „Das Schlimmste ist vorüber“

Es ist die Nachricht, auf die die Medien- und Internetbranche gewartet hat: Niemand Geringerer als Rupert Murdoch verkündete gestern bei Bekanntgabe der Geschäftszahlen ein nahendes Ende der großen Medienkrise – und das, obwohl die Gewinne im ersten Quartal um fast 50 Prozent eingebrochen waren. Die Zeichen für eine Besserung seien jedoch unverkennbar, erklärte der News Corp-Vorstand. Cisco-CEO John Chambers stieß ins selbe Horn und gab einen starken Ausblick auf das laufende Quartal.

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Rupert Murdoch gehören bekanntermaßen die Nachrichten, wie Biograph Michael Wolff erst Ende vergangenen Jahres so treffend titelte. Diesmal hatte der Medientycoon zwei Meldungen zu verkünden, die Schlagzeilen machen sollten. Die schlechte: Der operative Gewinn seines Medienkonglomerats News Corp. brach im Dreimonatszeitraum bis zum 31. März krachend um 47 Prozent auf 755 Millionen Dollar ein. Für den Gesamtjahreszeitraum rechnet News Corp. nun mit einem Gewinnrückgang von 30 Prozent.

Die gute, die darin bereits impliziert ist: Murdoch sieht die Talsohle des Abschwungs erreicht. „Ich bin kein Volkswirt, aber es zeigt sich immer deutlicher, dass das Schlimmste vorüber ist“, erklärte der 78-jährige News Corp-CEO im anschließenden Conference Call. Und fügte hinzu: „Wie Sie wissen, war ich sehr pessimistisch. Aber es gibt immer mehr Signale, dass die Tage des steilen Absturzes vorüber sind.“

Chambers: „Geschäftsentwicklung unserer Kunden stabilisiert sich“

In exakt dasselbe Horn stieß auch Cisco-CEO John Chambers bei Vorlage seiner Quartalszahlen: „Zum ersten Mal seit vielen Quartalen beschreiben unsere Kunden die Dynamik ihrer Geschäftsentwicklung anders“, erklärte Chambers. Die Kunden sprächen nun von: „Stabilisieren, einpegeln, Boden unter den Füßen finden.“

Die Einschätzung reflektiert auch  der Ausblick auf die laufenden Geschäfte: So erwartete der Netzwerkhersteller nun nur noch einen Umsatzrückgang von 17 Prozent und rechnet mit Erlösen zwischen 8,29 und 8,6 Milliarden Dollar, die damit deutlich besser ausfallen als die Wall Street-Prognosen, die noch bei 8,26 Milliarden gelegen hatten. 
Nachdenken über Ausweitung der Bezahlinhalte

Auch die gestern veröffentlichte Unternehmensbilanz für das erste Quartal war schon besser ausgefallen als von der Wall Street erwartet: Statt der von Analysten prognostizierten 25 Cent je Aktie erwirtschaftete Cisco 30 Cent je Aktie bei Erlösen von 8,2 Milliarden Dollar. Die Wall Street hatte mit Umsätzen von 8,1 Milliarden Dollar gerechnet.  Und auch die Bilanz von News Corp. lag trotz des kräftigen Gewinneinbruchs unterm Strich besser, als es die Konsensschätzungen der Analysten erwarten ließen.

Gleichzeitig kündete Rupert Mudoch an, über ein Paid Content-Modell im Web nachtudenken. „Bezahlinhalte im Netz sind möglich“, wird Murdoch etwa im britischen „Guradian“ zitiert. Der 78-Jährige will demnach nach dem Erfolg des Bezahl-Modells beim „Wall Street Journal“ darüber nachdenken, die kostenpflichtige Nurtzung auf die Websites der britischen Angebote der „Times“, „Sun“, „Sunday Times“ oder „News of the World“ auszuweiten.  „Wir schauen uns das an“, erklärte vielsagend im Conference Call.

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