Boris macht der People-Presse Konkurrenz

Gute Nachrichten für Fans des ehemaligen Tennisspielers Boris Becker, schlechte Nachrichten für „Bunte“, „Gala“ und Co. Mit dem Start von Boris-Becker.TV nimmt eines der schillerndsten Mitglieder des deutschen Promi-Zirkus' die Berichterstattung selbst in die Hand. Weil er nichts hat außer sich selbst, vermarktet sich Boris Becker im Internet selbst, und zwar total. Küsschen mit der künftigen Gattin Lilly, Ski-Urlaub, Mercedes-Präsentation in Stralsund – alles flankiert von Werbebotschaften.

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Für die People-Presse muss der Start von Boris-Becker-TV etwas Unheimliches an sich haben. Das Internet-Fernsehen eines „der wenigen Deutschen, an denen die internationale Öffentlichkeit hohes Interesse hat“ (BB.TV über Boris Becker) ist zunächst einmal ein dankbares Thema. Aber dann? Bisher haben Promis ihre Liebes- und Leidensgeschichten zwischen den Anzeigen bei „Bunte“ und „Gala“ ausgelebt. Mit dem Web haben sie nun die Möglichkeit selbst zum Medium zu werden und Werbung direkt zu kassieren. Das Internet bietet auch hier die Möglichkeit, Mittelsmänner auszuschalten.

Boris Becker zapft Werbegelder jetzt direkt an. Seine Website ist mit Anzeigen des Elektronik-Herstellers Medion, einer Online-Poker-Plattform, Mercedes Benz, eines Versicherungskonzerns, eines namhaften Brillen-Herstellers und einer Kosmetikfirma gut bestückt. Sollte das Prinzip Boris-Becker.TV funktionieren, dürften weitere Promis seinem Beispiel folgen. Die vermeintlich privaten Einblicke kann der Promi bequem selbst steuern und die Kasse klingelt.

Produziert wird Boris-Becker.TV von der Schweizer Bewegtbildagentur GmbH, an der er laut „Süddeutscher Zeitung“ selbst auch beteiligt ist. Die Website ist überaus professionell gestaltet und technisch optimal umgesetzt. Daran könnte sich manches Medienunternehmen eine Scheibe abschneiden. Sollten weitere Promis ein Format wie Boris-Becker.TV bestellen, könnte der Ex-Sportler auch daran gut verdienen. „Bild“ und Bild.de, traditionell gut mit Boris Becker verdrahtet, sind als Medienpartner mit dabei und sorgen für die Bekanntmachung des Becker-Coups. Auf der Becker-Website läuft als Ausgleich ein kleiner Ticker mit Bild.de-Schlagzeilen.

Ob Boris Becker mit seinem Web.TV genügend Zuschauer finden wird und wie traditionelle Medien mit der selbstgemachten Konkurrenz aus Promi-Hand umgehen werden, wird spannend sein zu beobachten. Als neuen Berater hat sich „Bumm-Bumm“-Boris Marcus Höfl engagiert, der auch Franz Beckenbauer zur Seite steht. Vielleicht gibt es bald auch ein Kaiser.TV im Internet.

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