CBS-Chairman sieht Ende der Krise

Der Aufwärtstrend scheint unaufhaltsam: Obwohl die Meldungen aus der realen Wirtschaft noch immer höchst unangenehm ausfallen, benehmen sich die Aktienmärkte seit zwei Monaten, als wäre es noch einmal 1999. Die Kurse steigen höher und höher – was nicht zuletzt daran liegt, dass die jüngsten Unternehmensbilanzen weitaus besser ausfielen als befürchtet. Erste Medienveteranen wie Sumner Redstone rufen bereits einen neuen Bullenmarkt aus. Ist es tatsächlich schon so weit?

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Große Worte in schweren Zeiten: „Ich habe mich nicht mit Ruhm bekleckert“, gab Warren Buffett, der berühmteste Investor der Welt, auf der Aktionärsversammlung in Omaha, Nebraska, am Wochenende kleinlaut zu. Keine Frage: Der CEO von Berkshire Hathaway hat schon mal bessere Tage gesehen – und ein glücklicheres Händchen beim Aktienkauf bewiesen.

Doch vielleicht scheint die Demut gar nicht mehr nötig, wenn die Notierungen an den Weltbörsen  weiter so anziehen wie in den vergangenen zwei Monaten. Seitdem scheinen die Märkte tatsächlich  nur noch eine Richtung kennen – die nach oben. Um stolze 25 Prozent ist der Dax seit dem Jahrestief Anfang März nach oben geschossen – die deutsche und amerikanische Technologiebörse gar um mehr als 35 bis 50 Prozent.  

Internet, Technologie- und Medienaktien: Bis zu 100 Prozent Gewinn in zwei Monaten

An der Spitze stehen alte Bekannte, nämlich die „vier Zugpferde“ der Nasdaq, wie CNBC-Marktkommentator James Cramer die  Index-Schwergewichte der amerikanischen Technologiebörse nennt, die seit dem 9. März wie folgt zugelegt haben:

• Amazon: + 33 Prozent
• Google: + 40 Prozent
• Apple: + 55 Prozent
• Research in Motion: + 110 Prozent

Doch auch die arg gebeutelten Medienaktien haben in den vergangenen zwei Monaten durchaus einiges an verlorenem Boden gutgemacht:

• Time Warner: + 29 Prozent
• Viacom: + 39 Prozent
• Disney: + 47 Prozent
• News Corp.: + 65 Prozent
• CBS: + 135 Prozent

Sumner Redstone (CBS, Viacom): „Ich glaube, wir stehen am Beginn eines neuen Bullenmarkts“

135 Prozent Plus oder drei Milliarden Börsenwert mehr in nur acht Wochen – da verwundert es nicht, dass der von der Krise arg gebeutelte CBS- und Viacom-Aufsichtsratschef Sumner Redstone plötzlich wieder Zuversicht auf ein baldiges Ende der Krise schöpft.

Das hört sich dann so an: „Ich glaube, wir stehen am Beginn eines neuen Bullenmarktes“, ruft der knorrige 85-jährige Medienmogul den Anbruch einer neuen Aufschwungphase an der Börse aus.  „Wenn ein Bullenmarkt beginnt, zieht die Wirtschaft neun Monate später nach“, erklärte Redstone Ende vergangener Woche bei einer Rede am Milken Institute.

Redstone: „Der Markt läuft trotz schlechter Nachrichten nach oben“

Gegenüber der CNN-Talklegende Larry King präzisierte Redstone: „Die Nachrichten, wie der Rückgang des Bruttosozialprodukts, waren zuletzt sehr schlecht – und der Markt lief trotzdem nach oben. So ist das in einem Bullenmarkt.“

Tatsächlich mehren sich aber auch bereits aus der Unternehmenslandschaft die Anzeichen einer Erholung. In den vergangenen Wochen hatten zahlreiche Unternehmen der Technologie- und Internetbranche weitaus besser als erwartete Quartalzahlen vorgelegt, die die Hoffnung auf ein Ende der Krise nähren.

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