Anzeige

Rezession macht Facebook & Co. zu schaffen

Die Rezession in den USA gefährdet immer mehr Medienunternehmen. Alle reden über den Überlebenskampf der Tageszeitungen, aber auch hinter den Kulissen der TV-Networks und vieler Web-Unternehmen sieht es nicht gut aus. Vor allem die Werbeumsätze der Social Networks wie MySpace, Facebook oder Twiter bleiben weit hinter internen Erwartungen bezüglich der Vermarktungspotenziale zurück. Facebook, einst als 15 Milliarden Dollar-Company gefeiert, schreibt rote Zahlen – ebenso wie MySpace.

Anzeige
Anzeige

Die Rezession in den USA gefährdet immer mehr Medienunternehmen. Alle reden über den Überlebenskampf der Tageszeitungen, aber auch hinter den Kulissen der TV-Networks und vieler Web-Unternehmen sieht es nicht gut aus. Vor allem die Werbeumsätze der Social Networks bleiben weit hinter internen Erwartungen zurück.
„When you are around five years, the pressure to monetize intensifies“, sagt Caroline Dangson, eine Analystin von IDC in der „USA Today“. Sie spricht von den Social Network-Sites, denen es trotz immensem Zulauf nicht gelingt, Geld zu verdienen. 

MySpace, im Sommer 2003 gegründet und später von Murdoch für 580 Mio. Dollar gekauft, ist jetzt fast 6 Jahre alt. Und damit nur geringfügig älter als der große Konkurrent Facebook, der 2004 gegründet wurde. Beide Sites haben eins gemeinsam: sie schreiben rote Zahlen. Wie natürlich auch der Micro-Blogging-Dienst Twitter, der zwar erst 3 Jahre alt ist, aber dafür auch noch nicht einmal ein Geschäftsmodell gefunden hat – wenn man mal von Aufgekauftwerden absieht. 
Während man in den USA in den letzten Monaten vor allem über die große Zeitungskrise gesprochen hat, hat die Rezession längst auch im Internet ihre Spuren hinterlassen. Besonders hart trifft es dabei die Social Network-Sites, die ja von der Werbung ohnehin noch nie übermäßig verwöhnt wurden.

Laut eMarketers soll MySpace im letzten Jahr 580 Mio. Dollar an Werbegeldern eingenommen haben, Facebook 210 Mio. Dollar. Damit wurden die internen Planungen weit verfehlt. Die ersten Monate 2009 sollen schwach angelaufen sein, berichten Insider. Und die Perspektiven sind nicht gut. Was passiert mit MySpace, wenn Google seine 900 Mio. Dollar-Werbegarantie nicht verlängert? Sie gilt für 3 Jahre und läuft Mitte nächsten Jahres aus. Dann dürfte MySpace im Jahr rund 300 Mio. Dollar weniger in den Kassen haben, und die MySpace-Bilanz sähe ziemlich desaströs aus. 
Weniger die fehlenden Innovationen bei MySpace, sondern vielmehr die schwierige wirtschaftliche Lage dürfte der Grund gewesen sein, warum Verleger Murdoch gerade Gründer Chris DeWolfe als CEO von MySpace abgesetzt und dort ein regelrechtes Management-Shake up eingeleitet hat. Murdoch braucht Geld, seine eigenen Geschäfte laufen schlecht. Er gilt in den USA als einer der großen Verlierer, nachdem er für das „Wall Street Journal“ deutlich überbezahlt hat. Vor zwei Jahren stand Murdoch deutlich besser da. Da gab es noch keine Zeitungskrise und MySpace war in den Augen der Analysten 10 Mrd. Dollar wert. Aber damals ging man auch von einer ganz anderen Werbeentwicklung bei den Social Networks aus… 

Auch bei Konkurrent Facebook sieht die Lage nicht rosig aus. Zwar hat Facebook inzwischen MySpace mit 200 Mio. gegenüber 130 Mio. Usern  weltweit überholt, aber die Werbeeinnahmen sind nicht mitgewachsen. Und das Unternehmen von Mark Zuckerberg muss ständig neue Server kaufen, um die Kommunikation der Mitglieder sicherzustellen. Kürzlich konnte man in „BusinessWeek“ lesen, dass Facebook auf der Suche nach Krediten in Höhe von 100 Millionen Dollar sei. Zwar hofft man auf einen Börsengang, aber tief rote Zahlen machen sich da nicht gut. „New investors are constantly asking for a proven business-plan. Ad-based business models are out of favor“, sagt Amra Tareen, ein ehemaliger Venture Capitalist. 
Die Probleme von MySpace, Facebook und auch Twitter sind typisch für die ganze US-Medienbranche: Geldverdienen ist schwierig geworden, ganz schwierig. Und das gilt nicht nur für die Newcomer, sondern auch für die etablierten Medien: 

  • Die Tageszeitungen in den USA kämpfen ums Überleben. Der Verlag der New York Times, in dem auch die „Boston Globe“ erscheint, gab gerade für das letzte Quartal einen Verlust von 74 Mio. Dollar bekannt.
  • Anzeige
  • Bei den Zeitschriften sieht die Lage nicht besser aus. „TimeMagazin“ und auch „Newsweek“ dürften in diesem Jahr rote Zahlen schreiben. Neueinführungen wie das Conde Nast-Wirtschaftsmagazin „Portfolio“ wurden zum 150 Mio-Dollar-Flop
  • Auch das Fernseh-Geschäft ist längst nicht mehr das, was es mal war. Die drei Networks ABC, CBS und NBC haben wegen der Werbeeinbrüche schwer zu kämpfen und werden immer wieder als Übernahmekandidat genannt

Ob nun MySpace, Facebook, die New York Times oder CBS: ihnen allen bleibt nur eine Hoffung, dass die Rezession schnell zu Ende geht und das Werbegeschäft sich erholt. Aber wehe, wenn das länger dauern sollte…

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*