Heimats „Haus“ räumt beim ADC 2009 ab

Der Art Directors Club Deutschland (ADC) 2009 kennt einen klaren Gewinner: Die Berliner Agentur Heimat erntete 13 Nägel und sicherte sich mit ihrem "Haus der Vorstellung" den Grand Prix des Kreativ-Wettbewerbs. Gleichzeitig lässt sich die Krise an der Gesamtanzahl der Preise ablesen: Vergab der ADC 2009 insgesamt noch 208 Nägel, waren es in diesem Jahr nur noch 176. Allerdings hätten die "ausgezeichneten Kreationen auch mehr Relevanz", sagt ADC-Vorstandssprecher Amir Kassaei.

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Die erfolgreichste Werbeagentur war einmal mehr Jung von Matt, gefolgt von Scholz & Friends und Heimat, an deren Kampagne Haus der Vorstellung“ allein zweimal Gold, siebenmal Silber und viermal Bronze ging.

Doch der wichtigste Preis für Werbung in Deutschland leidet unter der Wirtschaftskrise. Statt 21 goldenen Nägeln im Vorjahr wurden 2009 nur zehn verliehen. Außerdem gab es 48-mal Silber und 118-mal Bronze. Insgesamt wurden nur 6832 Arbeiten eingereicht, rund zwanzig Prozent weniger als im Vorjahr. Viele Agenturen meiden die mit der Einreichung verbundenen Kosten.

ADC-Vorstandssprecher Amir Kassaei sieht darin keinen Grund zur Panik: „Jeder redet von Krise, wir haben sie auf unsere Art beantwortet“. Zwar gäbe es in diesem Jahr weniger Einreichungen, dafür hätten „die ausgezeichneten Kreationen auch mehr Relevanz.“

„Über alle Kategorien hinweg ist zu beobachten, dass die Arbeiten intelligent gedacht sind“, befindet auch der vorsitzende Juror, Michael Preiswerk, über den Wettbewerb 2009. „Aber nicht intelligent langweilig, sondern unterhaltsam und charmant. Alle addieren etwas Neues zu Kommunikation hinzu.“

Bei der Nummer eins der Werbebranche, Jung von Matt, sieht man das anders. „Die Wirklichkeit der aktuellen Werbung ist so ernüchternd, dass sich die Kreativen mit der Scheinwirklichkeit von Festivals trösten müssen“, schreibt Jean-Remy von Matt für den „Spiegel“. Und findet noch deutlichere Worte: „Es ist der Selbstbetrug einer Branche, die sich für etwas feiert, das eigentlich gar nicht existiert und dabei so etwas wie Phantomfreude empfindet.“

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