Überraschungssieg für Berliner „Tatort“

Die Berliner "Tatort"-Ermittler Ritter und Stark, die in den vergangenen Jahren nicht unbedingt zu den ganz großen Quotenhelden der Reihe gehörten, haben diesmal für sehr erfreuliche Zahlen gesorgt. Mit 7,79 Mio. Zuschauern erreichten sie ihren höchsten Wert seit über zwei Jahren und eine der besten Zuschauerzahlen ihrer Karriere. Mit 2,50 Mio. 14- bis 49-Jährigen gewannen sie sogar im jungen Publikum gegen die private Konkurrenz. Das Nachsehen hatten Sat.1, ProSieben und RTL.

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Vor allem RTL schwächelte im Sonntagabend-Quotenrennen deutlich. Die Free-TV-Premiere der Komödie „Im Dutzend billiger 2 – Zwei Väter drehen durch“ landete mit 2,14 Mio. 14- bis 49-Jährigen nur auf Platz 5 der Tages-Charts, der Marktanteil des Films lag mit 15,3% relativ deutlich unter dem Senderdurchschnitt der vergangenen 12 Monate. Zuvor lief es für den „Hotel-Inspektor“ noch mieser: Er blieb mit 14,0% konstant auf seinem schwachen Niveau der beiden Vorwochen. Etwas Trost dürften den Kölnern die Formel-1-Quoten liefern: Mit insgesamt 4,65 Mio. Fans, darunter 1,82 Mio. 14- bis 49-Jährige, verbesserte der China-Grand-Prix die Zahlen aus den Jahren 2008 und 2007. Auf den Plätzen 1 bis 4 des Sonntags-Rankings finden sich in der Zielgruppe allerdings keine RTL-Sendungen. Hinter dem „Tatort“ finden sich hier die Sat.1-Serie „Navy CIS“, die sich mit 2,49 Mio. nur ganz knapp geschlagen geben musste, der ProSieben-Thriller „16 Blocks“ mit 2,23 Mio. und die zweite Sat.1-Serie „The Mentalist“ mit 2,16 Mio. Bei den Sendern der zweiten Privat-TV-Liga überzeugte „Das perfekte Promi Dinner“ mit 1,10 Mio. und 8,2%, bei den kleineren Kanälen hatte Super RTLs „Die lustigsten Schlamassel der Welt“ mit 0,44 Mio. die meisten 14- bis 49-jährigen Zuschauer.

Die Sonntags-Quoten in der Detail-Analyse:

RTL: Nur die Formel 1 überzeugt
(12-Monats-Durchschnitt: 16,0% / Sonntag: 15,9%): RTL hatte am Sonntag nicht viele Gründe zur Freude. Nach 19.05 Uhr übersprang keine einzige Sendung die Sendernormalwerte, „Der Hotel-Inspektor“ erzielte 14,0%, „Im Dutzend billiger 2“ 15,3% und „Spiegel TV“ 13,8%. Die einzige 20 außerhalb der Formel 1 erreichte das Boulevardmagazin „Exclusiv – Weekend“ mit 20,6%. Dafür, dass RTL in der Sonntagswertung mit 15,9% doch noch so knapp an den 12-Monats-Durchschnitt von 16,0% herankam, sorgte aber einzig und allein die Formel 1, die sich um 9 Uhr morgens 41,3% erkämpfte. Die Wiederholung um 13.20 Uhr schwächelte allerdings mit 14,9%.

ProSieben: Mega-Quoten nach 22 Uhr
(12M: 11,7% / So: 15,0%): Die meisten Zuschauer hatte am Sonntag zwar der 20.15-Uhr-Film „16 Blocks“, doch die höchsten Marktanteile gab es erst nach 22 Uhr: Action-Klassiker „Stirb langsam – Jetzt erst recht“ holte sich mit 1,95 Mio. 14- bis 49-Jährigen herausragende 28,6% und erreichte damit mehr als doppelt so hohe Markanteile wie die Konkurrenzsender. Um 0.50 Uhr erkämpfte sich „Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre“ zudem noch 25,6%. Diese starken Spätabendzahlen führten schließlich zu tollen 15,0% in der Tageswertung, vor 20.15 Uhr schaffte nämlich nur die morgendliche Wiederholung von „Schlag den Raab“ solche Werte.

Sat.1: Prime-Time-Serien ragen heraus
(12M: 10,6% / So: 10,3%): Für Sat.1 lief es wie sonntags derzeit üblich in den beiden wichtigsten Stunden von 20.15 Uhr bis 22.15 Uhr am besten. „Navy CIS“ kletterte mit dem zweiten Platz der Tageswertung auf 18,2%, „The Mentalist“ schaffte immerhin 15,3%. Zufrieden kann Sat.1 auch mit den Zahlen für „Nur die Liebe zählt“ (12,8%) und „Sechserpack“ (12,6%) sein, vor 19.05 Uhr und nach 22.45 Uhr gab es hingegen fast nur einstellige Marktanteile – am Nachmittag u.a. nur 8,0% für „Der Typ, 13 Kinder & ich“ und 8,8% für „Der Bulle von Tölz“.

Vox: Starke 11,1% für „Prominent!“
(12M: 7,3% / So: 6,8%): Gute Nachrichten für Vox. Für „Das perfekte Promi Dinner“ ging es am Sonntag erstmals seit neun Wochen wieder über die Senderdurchschnittswerte. 8,2% sind ein gutes Ergebnis. Noch besser lief es im Anschluss für „Prominent!“, das auf 11,1% schoss und damit sogar den besten Wert seit 12 Wochen erreichte. Nicht so gut erging es hingegen den beiden Vorabend-Doku-Soaps „Der Starpraktikant“ und „Top Cut“, die bei 6,0% und 6,2% hängen geblieben sind. Auch ab 23.20 Uhr gab es ausschließlich enttäuschende Zahlen.

Das Erste: Top-Werte für den „Tatort“
(12M: 7,4% / So: 6,9%): Die Berliner Ermittler Ritter und Stark haben nicht nur eine der besten Quoten ihrer Karriere geholt, sie lagen auch deutlich über den „Tatort“-Kollegen der vergangenen Wochen. Mit 17,7% gab es zudem einen hervorragenden Marktanteil im jungen Publikum. Ebenfalls über die 10%-Marke sprangen bei den 14- bis 49-Jährigen die „Lindenstraße“ mit 13,0% und die 20-Uhr-„Tagesschau“ mit 13,2%, weit davon entfernt war hingegen wieder „Anne Will“ mit 4,7%, sowie das gesamte Programm zwischen 12 Uhr und 18 Uhr, das ebenfalls unter der 5%-Marke fest hing.

ZDF: Guter Start für „Inspector Barnaby“
(12M: 7,0% / So: 5,8%): Die neuen Folgen der ZDF-Krimireihe „Inspector Barnaby“ sind erfolgreich angelaufen. Mit 10,4% holten sie im jungen Publikum den ZDF-Höchstwert des Sonntags, auch im Gesamtpublikum kam keine andere Sendung über die erreichten 16,8%. Bei den 14- bis 49-Jährigen gab es zudem für „Terra X“ starke Zahlen, nämlich 9,5%, am Nachmittag sprang „Police Academy 5“ außerdem auf 9,1%. 20.15-Uhr-Schmalz „Meine wunderbare Familie in Costa Rica“ erzielte hingegen nur ausbaufähige 5,7%.

RTL II: Enttäuschende Prime Time
(12M: 6,2% / So: 5,6%): RTL II gehörte am Sonntag zu den Verlierern im Abendprogramm. Spielfilm „Blow“ blieb um 20.15 Uhr bei sehr unschönen 4,3% hängen. Zuvor blieb auch die „Welt der Wunder“ mit 5,5% klar unter dem Soll. Besser lief es vor allem nach 23 Uhr mit 9,7% für „Der Knast – Schwerverbrecher am Limit“, sowie am Nachmittag mit 8,1% bis 8,4% für das Trio „Die Kochprofis“, „Der Trödeltrupp“ und „Schau dich schlau!“.

kabel eins: Doku-Soaps schwächeln
(12M: 5,6% / So: 5,3%): Am Sonntag kommt kabel eins derzeit auf keinen grünen Zweig. Auch diesmal enttäuschten die Prime-Time-Doku-Soaps und waren damit hauptverantwortlich dafür, dass der Sender in der Tageswertung bei 5,3% hängen blieb. „Die strengsten Eltern der Welt“ kamen um 20.15 Uhr nur auf 4,0%, „Schluss mit Hotel Mama!“ im Anschluss auf 4,7%. Auch von 22.10 Uhr bis 3 Uhr nachts schaffte keine Sendung den Sprung über die Sendernormalwerte. Freuen kann sich kabel eins hingegen über die 11,2% für „American Pie“ um 14 Uhr, sowie über die 8,9% für „Karate Kid IV – Die nächste Generation“ um 15.50 Uhr.

Die kleineren Sender: Bundesliga, Schlamassel und Aladin
Meistgesehene Sendung der kleinen Kanäle war am Sonntag wie erwähnt Super RTLs „Die lustigsten Schlamassel der Welt mit 0,44 Mio. 14- bis 49-Jährigen bzw. 3,1%. Die neue charmant-lustige Puppenreihe „Haselhörnchen – Hier knallt die Ente“ erreichte in dieser Zielgruppe hingegen nur unterdurchschnittliche 1,5%. In der eigentlichen Zielgruppe der Sendung, den 3- bis 13-Jährigen, kletterte die zweite Episode um 17.40 Uhr allerdings mit 22,9% über die Sendernormalwerte. Starke Zahlen um 22 Uhr erzielte das DSF: „Bundesliga – Der Sonntag“ kam dort mit 0,34 Mio. Werberelevanten auf 3,3%. Weiterhin erwähnenswert: die 3,5% für „Tiere suchen ein Zuhause“ im WDR Fernsehen, sowie die 5,6% und 4,5% für das KI.KA-Duo „Aladins Wunderlampe“ und „Wickie… und die starken Männer“.

Das Gesamtpublikum: Klarer Sieger „Tatort“
Insgesamt siegte der Berliner „Tatort“ noch wesentlich deutlicher als bei den 14- bis 49-Jährigen. Mit 7,79 Mio. Zuschauern schlug der Krimi die 20-Uhr-„Tagesschau“ (6,16 Mio.) und den ZDF-Film „Meine wunderbare Familie in Costa Rica“ (5,02 Mio.). Das meistgesehene Programm der Privatsender lief nicht in der Prime Time, sondern am frühen Morgen: Das Formel-1-Rennen in China sahen bei RTL nämlich 4,65 Mio. Fans. In der Prime Time führt „Navy CIS“ das Feld der Privatsender an, mit 3,84 Mio. Zuschauern schlug die Sat.1-Serie ProSiebens „16 Blocks“ (3,04 Mio.) und RTLs „Im Dutzend billiger 2“ (2,93 Mio.) klar. Einen hervorragenden 35. Platz sicherte sich der WDR-Klassiker „Ein Herz und eine Seele“, den um 21.45 Uhr 1,36 Mio. einschalteten.

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