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„TV-Boxen muss brutaler werden“

Der umstrittene Hamburger Box-Promoter Ahmet Öner fordert, dass Boxkämpfe im TV brutaler werden sollen. "Die Zuschauer und TV-Programmchefs haben einen brutalen Kampf verdient", tönt Öner im Vorfeld eines von seiner Firma Arena veranstalteten Box-WM-Kampfes in Nevada. Und er findet einen erstaunlichen Verbündeten: Ausgerechnet Medienexperte Professor Jo Groebel analysiert: "In schwierigen Zeiten sehnt sich das Publikum nach Fightern".

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Öner ist in der Box-Szene hochumstritten. Seit April 2007 hat er einen Vertrag mit dem Bezahl-Sender Premiere, der auch den WM-Kampf in Nevada zwischen Öner-Schützling Yuriolkis Gamboa und Jose Rojas überträgt. Im Mai vergangenen Jahres sorgte Öner für Aufruhr, als er selbst die Rundenglocke während eines Boxkampfs betätigte. Er ist berüchtigt für Schimpf-Tiraden und hat auch schon Schiedsrichter angegriffen.

Laut Wikipedia hat die Hamburger Staatsanwaltschaft gegen ihn im März Anklage wegen 16 verschiedener Delikte erhoben, u.a. Erpressung, Nötigung, Bedrohung, Beleidigung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung.

Nun will er sich offenbar als Bad-Guy der Szene weiter profilieren: „Die Zeit der programmierten Vollkasko-Kämpfe, bei denen der Sieger von Beginn an feststeht, ist vorbei. Unsere Kämpfer sind sich gegenseitig würdig, weil sie mit der ehrlichen Absicht antreten, um den Gegner zu zerstören. Das ist nicht nett, hat nichts mit Gentleman-Boxen zu tun und fördert auch nicht den Absatz von Milchschnitten für Kinder“, so Öner, der damit klar auf die Klitschkos zielt, die für Milchschnitte-Riegel Werbung machten.

Öners Arena Boxpromotion hat sogar Professor Jo Groebel, den Direktor des Deutschen Digitalinstituts in Berlin, gewinnen können, die Sprüche des Krawall-Promoters in üblicher Manier zu kommentieren: „Der Boxsport hatte im Zuge der sich ausbreitenden Eventkultur in den letzten Jahren zwar ein großes Publikum gewonnen, jedoch zugleich hatte sich der Schwerpunkt weg vom Ring hin zum gesellschaftlichen Ereignis mit allen Randphänomenen entwickelt“, formuliert Groebel. Und weiter: „Es steht eine Renaissance des echten Fighters ins Haus, mit einem entsprechenden Image. Und mit geringerer Gesellschaftsfähigkeit, dafür aber mit mehr sogenannter Street Credibility.“

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