Die Analyse der IVW-Quartalsauflagen

Die Deutschen haben laut IVW im ersten Quartal weniger Zeitschriften gekauft als ein Jahr zuvor. Die überwiegende Mehrheit der am Mittwoch im VDZ-Auflagendienst ausgewiesenen Publikums-Titel hat verloren, zum Teil sogar sehr deutlich. Zu den größten Auflagen-Verlierern des Quartals gehören demnach Programmies wie "TV Movie", "TV Digital" und "Auf einen Blick". Besonders deutlich zulegen konnten hingegen "LandLust", "Jolie", die "Bravo" und "TV 4 Wochen".

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Bleiben wir zunächst bei den Gewinnern des ersten Quartals. Bereits vorab bejubelt wurde dabei der erneute Triumph von „LandLust – Die schönsten Seiten des Landlebens“. Mit inzwischen 463.873 verkauften Exemplaren stellte das Magazin wieder einen neuen Rekord auf und verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sagenhafte 65,0%. Damals wurden noch 281.066 Hefte an den Leser gebracht. Erstaunlich sind auch die Zuwächse des Axel-Springer-Frauenmagazins „Jolie“, das um 22,3% auf 337.809 verkaufte Hefte wuchs. Für „Jolie“ ist das die beste Verkaufsleistung seit dem dritten Quartal 2007. Sogar die höchste Auflage seit dem dritten Quartal 2006 erreichte Bauers „Bravo“. Mit 491.811 verkauften Heften verbesserte sie sich gegenüber dem ersten Quartal 2008 zudem um 13,1%.

Neben Billig-Programmies wie „TV 4Wochen“, „TV pur“ und „nur TV“ findet sich in der Gewinner-Top-10 mit „Nature Fitness“ auch ein relativ unbekanntes Magazin. Einschränkend muss hier allerdings dazu gesagt werden, dass die Zeitschrift ihre verkaufte Auflage in den vorigen Quartalen vor allem mit sonstigen Verkäufen und Bordexemplaren pushte. Da diese Einzelwerte in den am Mittwoch veröffentlichten Zahlen des VDZ-Auflagendienstes noch fehlen, wird sich erst in der kommenden Woche in den offiziellen IVW-Zahlen zeigen, inwiefern das Auflagenplus von 135,8% ein echtes oder ein gewolltes Wachstum ist. Das gilt natürlich auch für alle anderen Titel.

Neben den in unserer Liste aufgeführten Zeitschriften, die am Kiosk erhältlich sind, haben auch ein paar Kundenmagazine und Suppplements kräftig zugelegt: „Ratgeber aus ihrer Apotheke/Meine Apotheke“ gehört mit einem Plus von 84,3% auf nun 1,98 Mio. ebenso dazu wie der „Kultur Spiegel“, „rtv“ und die „Neue Apotheken-Illustrierte“, die alle zwischen 70.990 und 97.150 Exemplare im Vergleich zum ersten Quartal 2008 zulegten. Größter Auflagen-Verlierer war unterdessen ebenfalls ein Kundenmagazin: Das „Fondsmagazin“ der DekaBank wurde im ersten Quartal 527.849 mal weniger verteilt als ein Jahr zuvor. Eine Auswirkung der Finanzkrise? Auch der ADAC hat offenbar viele Mitglieder verloren: Die „ADAC motorwelt“ verlor 240.283 verkaufte Hefte, bleibt mit 13,607 Mio. Stück aber natürlich weiterhin Deutschlands auflagenstärkste Zeitschrift.

Unter den Publikumszeitschriften, die auch am Kiosk erhältlich sind, verloren vor allem zwei 14-tägliche Programmies: Bauers „TV Movie“ büßte 249.034 verkaufte Hefte ein, Springers Konkurrent „TV Digital“ 190.959. Hier dürfte das Auslaufen vieler Abos, die im Rahmen einer Kooperation an Premiere-Kunden gingen, die Verkäufe gedrückt haben. Auf den weiteren Plätzen der Verlierer-Top-Ten finden sich weitere Traditionstitel, u.a. „Auf einen Blick“, die „Bild am Sonntag“, die „Bunte“, die „Brigitte“ und „TV Hören und Sehen“:

Das Ranking der Publikumszeitschriften, die zum ersten Mal, bzw. zum ersten Mal in einem ersten Quartal des Jahres von der IVW ausgewiesen wurden, führt das 79-Cent-Programmie „tv!top“ aus der Bauer Media Group an. Es verkaufte sich im Durchschnitt 224.275 mal. Dahinter folgen zwei Titel aus dem Hause Klambt: „OK!“ und die „Welt der Frau“, deren erste IVW-Meldung bei 164.423 liegt:

Im immer besonders beachteten Segment der aktuellen Zeitschriften und Magazine überwiegen die Verlierer: Nur „Der Spiegel“ und „Neon“ legten aus der Top Ten zu. „Der Spiegel“ um 0,2%, „Neon“ um 7,5%. Deutlich verloren haben neben der „Bunte“ (-8,1%) hingegen auch die „Gala“ (-4,2%), die „Bild am Sonntag“, „Reader’s Digest“ und der „Focus“:

Die Nummer 1 des Rankings aller am Kiosk erhältlichen Publikumszeitschriften heißt auch diesmal „TV14“. Mit einem kleinen Plus von 1,0% verbesserte sich das Bauer-Programmie im Vergleich zum Vorjahr und erreichte seine viertbeste jemals gemessene Quartalsauflage. Platz 2 hat sich „TV Spielfilm plus“, die Kombi aus „TV Spielfilm“, „TV Spielfilm XXL“, „TV Today“ und „TV Today Digital“ wegen der „TV Digital“-Verluste zurückerobert. Die einzelnen Auflagen der vier Milchstrassen-Titel werden erst in der kommenden Woche veröffentlicht. Im Vergleich zum vierten Quartal 2008 ist die Liste der Millionen-Titel nun wieder von neun auf elf gewachsen. Die „Bild der Frau“ und die „Freizeit Revue“ gehören im Vergleich zum Vorjahreszeitraum dennoch ebenfalls zu den Verlierern. Der „Focus“ konnte sich unterdessen nur noch knapp in der Top-20-Liste halten:

Ergänzt um die auflagenstarken Kundenzeitschriften und Supplements sieht die Tabellenspitze des IVW-Rankings natürlich ganz anders aus. Hier führt die „ADAC motorwelt“ trotz Verlusten weiter kompfortabel vor „rtv“, „Bleibgesund Life“ und „Prisma“:

Zum Schluss der Blick auf die überregionalen Tageszeitungen. Dort verlor die „Bild“ erneut mehr als 5% ihrer verkauften Auflage. Mit einem Minus von 5,1% rutschte sie auf 3.155.751 verkaufte Exemplare pro Tag. Ebenfalls überdurchschnittlich stark verloren hat die Kombi „Die Welt / Welt kompakt“, der 3,2% der Vorjahres-Auflage verloren ging. Gewinne gibt es lediglich in ganz kleinem Rahmen: „F.A.Z.“, „FTD“ und „taz“ legten um 101 bis 645 verkaufte Zeitungen zu:

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