Tech-Aktien: Gewinne von 30 bis 80 Prozent

Die Konjunktur-Prognosen 2009 fallen immer miserabler aus. Von der Krisenstimmung abgekoppelt hat sich in den letzten Wochen jedoch ausgerechnet die Technologiebranche, die im Crash noch so überproportional verloren hatte. Das Comeback fällt nun umso heftiger aus. Die Technologiebörse Nasdaq hat gerade die vier stärksten Wochen ihrer Geschichte hinter sich – Google, Amazon, Apple und RIM brachten Gewinne von 30 bis 80 Prozent. Ist das die Wende?

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Die Spuren der längst historischen Finanzmarktkrise haben eine Kraterlandschaft in der Konjunktur rund um den Erdball hinterlassen: Rezession, so weitdas Auge reicht – nach Region, nach Branchen. Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg wird die Weltwirtschaft in diesem Jahr  wohl schrumpfen. Die Krise 2009: Längst ist sie zum bleiernen Gefühl geworden, das Unternehmen und Investoren gleichsam lähmt.

Der größte Indikator dieses Vertrauensverlusts sind stets die Aktienmärkte. Und die haben bekanntermaßen den  härtesten Crash des  vergangenen Jahrzehnts hinter sich.  Inmitten des brutalsten Ausverkaufs jedoch zeichnet sich nun eine Trendwende  ab, die inzwischen länger und weiter gelaufen ist als jede andere Bärenmarktrallye seit Eskalation der Krise im vergangenen Herbst. Rund um den Globus erholten sich die Kurse zweistellig.   

Technologiewerte als Frühindikator einer weltweiten Erholung?

Auffällig ist jedoch, dass die Erholung ausgerechnet von einer Gruppe angeführt wird, der im Ausverkauf besonders hart getroffen wurde – dem Technologie- und Internet-Sektor.  Die amerikanische Technologiebörse Nasdaq erlebte in den  vergangenen vier Wochen die größten Kurssteigerungen aller Zeiten! Von der zweiten März-Woche bis vergangenen Freitag zog der Nasdaq Composite von 1268 bis auf 1623 Zähler an – das entspricht einer Wertsteigerung von 28 Prozent.

Noch weiter liefen die Vorzeigewerte des Technologie- und Internetsektors:

• Amazon: + 30 Prozent
• Google: + 32 Prozent
• Apple: + 42 Prozent
• Research in Motion (RIM): + 82 Prozent
   
„Das Geld fließt zurück“

Damit könnte sich das Muster von 2001 wiederholen, als ausgewählte Internetwerte wie Amazon,  eBay oder Yahoo sich in der tiefen Rezession vom Rest des Marktes abkoppelten und nicht weiter fielen bzw. sogar in Vorwegnahme  einer wirtschaftlichen Erholung zum nachhaltigen Aufschwung  ansetzten.

Ob die jüngste Rallye dazu das Zeug hat und vielleicht das schon der Beginn vom Ende der Krise ist, wird in diesen Tagen von Marktexperten angeregt diskutiert. Der omnipräsente CNBC.-Marktkommentator James Cramer etwa legt sich bereits ziemlich fest: „Einige Leute wollen einfach nicht einsehen, dass das Schlimmste vorüber ist“, erklärt Cramer.

Das gilt besonders für Technologieaktien: „Das Geld fließt zurück. Ungeduldige Fondsmanager von Wachstumswerten setzten wieder Geld ein, weil  sie sich sagen ’Die Wirtschafts verbessert sich‘, wir müssen in Tech investiert sein.“ Traditionell zieht die IT-Branche als zyklischer Sektor in einer wirtschaftlichen Erholung als erste an.
 
Wie es um die Verfassung der führenden Technologieunternehmen  tatsächlich bestellt ist, können Anleger schon ab der nächsten Woche überprüfen, wenn die turnusmäßige US-Berichtssaison über das abgelaufene erste Quartal u.a. mit den neuen Unternehmenszahlen von Google beginnt. Den vorgezogenen Auftakt hatte in der letzten Woche bereits der Smartphonehersteller Research in Motion mit einem starken Ausblick gemacht.  

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