Familien-Zwist bei den DuMonts

Der Kölner Verlag DuMont hat mit der Übernahme von „Berliner Zeitung“, „Berliner Kurier“ und „Hamburger Morgenpost“ einen Coup gelandet. Alt-Verleger Alfred Neven DuMont wurde in Medien und von Mitarbeitern entsprechend gefeiert. Die große "Alfred-Show" gefiel nicht allen. Sein Neffe Christian DuMont Schütte schrieb einen beleidigten Brief an Vorstand und Aufsichtsrat von DuMont. Die Berichterstattung rund um den Berliner-Coup nennt er „skandalös“.

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Anlass für Christian DuMonts Wut-Brief war ein Artikel in der „Frankfurter Rundschau“, die selbst auch zum DuMont-Reich gehört, in dem Alfred Neven DuMont als Zeitungs-Zar gefeiert wurde. „Welt Online“ zitiert aus dem Brief Christian DuMont Schüttes: „In unserer Mediengruppe sollte hinreichend bekannt sein, dass unser Familienunternehmen seit zwei Generationen auf zwei Stämmen fußt, deren Vertreter ohne gegenseitige Zustimmung handlungsunfähig wären.“ Die Rivalität zwischen den beiden Familien-Stämmen, den DuMonts und den DuMont Schüttes gibt es nicht erst seit gestern. Die nun erneut zutage getretenen Empfindlichkeiten zeigen, dass sie durchaus noch aktuell sind.

Christian DuMont Schütte ist Sohn von Dieter Schütte, der in den Familienclan eingeheiratet, sich aber mittlerweile aus dem Geschäft zurückgezogen hat. Die Linie der DuMont Schüttes beäugte stets mit einem gewissen Argwohn, dass die DuMonts, vor allem der inzwischen 82-jährige Patriarch Alfred Neven, im Rampenlicht stehen. Auch darüber, dass Christian DuMont Schütte den klangvollen Namen DuMont führt, soll es im Familienkreis schon Auseinandersetzungen gegeben haben.

Aber nicht nur Christian DuMont Schütte ist bei dem Thema empfindlich. Die „Zeit“ veröffentlichte unlängst einen Artikel, in dem „Sir Alfred“ ebenfalls ziemlich im Mittelpunkt stand. „Neven DuMont senior ist im Rheinland eine große Nummer“, war da zu lesen, und es wurde die Frage gestellt: „Ob die beiden Junioren, wie sie im Haus genannt werden, es auch wirklich »können«?“ Die beiden „Junioren“ fanden das offenbar nicht witzig. Dem Vernehmen nach hat sich Sohn Konstantin Neven DuMont bei der Chefredaktion und den Verlegern der „Zeit“ über den Artikel beschwert.

Als der Artikel online veröffentlicht wurde, hat ein Leser unter dem Pseudonym „Medienprofi“ im Sinne Christian DuMont Schüttes kommentiert. Der „Medienprofi“ fragt, ob der Autor Christian DuMont Schütte und Konstantin Neven DuMont bewusst diskreditieren wolle. Es ist nicht einfach für die nachfolgende Generation, aus dem Schatten eines so charismatischen Verlegers wie Alfred Neven DuMont herauszutreten. Ob sich die Jungen mit den aktuellen Sticheleien einen Gefallen tun, bleibt indes abzuwarten.

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