Huffington will den Journalismus retten

Arianna Huffington, Chefin des US-Blog-Netzwerks "Huffington Post" hat den Start eines Fonds für investigativen Journalismus angekündigt. Gemeinsam mit der Organisation The Atlantic Philanthropies hat sie 1,75 Mio. US-Dollar Startkapital gesammelt, um investigative Geschichten zu finanzieren. Ein Team aus zehn Leuten soll den Huffington Post Investigative Fund koordinieren. "Das ist auch eine Chance für erfahrene Journalisten, die entlassen oder in den Vorruhestand gezwungen wurden", so Huffington.

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Zunächst soll sich der „HuffFund“ um Geschichten rund um die Wirtschaftskrise kümmern. „Die Stücke die aus dem Fonds kommen werden von langfristiger Recherche bis zu kurzen Nachrichten reichen und in einer Vielzahl von Medienformen präsentiert werden: Text, Audio und Video“, so Huffington. Die Geschichten sollen zeitgleich mit der Veröffentlichung unter www.huffingtonpost.com frei für jeden zur Verfügung stehen.

Arianna Huffington propagiert damit den so genannten „Foundation based Journalism“. Das ist Journalismus, der nicht klassisch durch Anzeigen- oder Vertriebserlöse von Medienhäusern finanziert wird, sondern durch externe Geldgeber. Es gibt bereits einige solcher Projekte in den USA, das bekannteste ist das New Yorker Journalisten-Büro Pro Publica, das ebenfalls Stories mit Spendengeldern von Philanthropen finanziert, die teilweise schon in der „New York Times“ veröffentlicht wurden.

Kritiker des „Foundation based Journalism“ wenden ein, dass der spendenfinanzierte Journalismus leicht von den Geldgebern beeinflusst werden könnte. Irgendeinen Geldgeber gibt es allerdings immer. Und ob ein millionenschwerer Philanthrop den Gang einer investigativen Geschichte mehr oder weniger beeinflusst als ein großer Anzeigenkunde, sei dahingestellt.

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