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Stoiber: Brender soll Kleber & Co. abmahnen

Bei der mit Spannung erwarteten Zusammenkunft des ZDF-Verwaltungsrats am vergangenen Freitag haben Unionspolitiker erneut deutlich gemacht, dass sie an der Ablösung von Chefredakteur Nikolaus Brender festhalten wollen. Der frühere bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber forderte dem Vernehmen nach Brender auf, disziplinarisch gegen prominente Mitarbeiter und Moderatoren vorzugehen. Diese hatten sich öffentlich sich gegen die Einmischung der Politik in Senderangelegenheiten ausgesprochen.

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In dem offenen Brief hatten Ende Februar insgesamt 14 prominente ZDF-Mitarbeiter und leitende Redakteure erklärt: „Der Widerstand im ZDF-Verwaltungsrat gegen Ihre Entscheidung zeugt von einer gefährlichen Einmischung der politischen Parteien in die Souveränität unseres Hauses.“ Zu den Unterzeichnern gehören u.a. die Moderatoren Maybrit Illner, Marietta Slomka und Claus Kleber sowie Zeitgeschichtler Guido Knopp. Nach Willen Stoibers müssten sie mit einer Abmahnung, im Wiederholungsfall sogar mit Kündigung ihrer Verträge rechnen.
Wie Spiegel Online berichtet, haben nicht nur die CDU/CSU-Politiker Koch und Stoiber, sondern auch weitere Unionsvertreter Brender zudem erneut kritisiert, diesmal wegen „schlechter Mitarbeiterführung“. Zuvor hatte der hessische Ministerpräsident Koch vor allem schwache Quoten als Grund für eine Ablösung des obersten ZDF-Journalisten angeführt.
Durch die unnachgiebige Haltung der Mehrheit im Verwaltungsrat wird es nun auch eng für Intendant Markus Schächter. Der hatte die eigentlich für den 27. März vorgesehene Abstimmung über eine Vertragsverlängerung seines Chefredakteurs auf den Herbst verschoben. Es ist aber nach der Sitzung nicht davon auszugehen, dass die Union von ihrer Haltung in dieser Frage nach der Bundestagswahl abweichen wird.
Brender selbst wurde offenbar in der Sitzung regelrecht düpiert. Selbst seine Bitte, sich zu den Vorwürfen der Politiker äußern zu dürfen, lehnte der Verwaltungsrat ab. Der Chefredakteur musste schweigen und sich stattdessen vorhalten lassen, dass die redaktionelle Performance im Sender nicht stimme und seine Eignung als Vorgesetzer zweifelhaft sei.

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