Twitter plant Paid Content-Angebot

Lange rätselte die Internetbranche, wann der boomende Kommunikationskanal Twitter seine immer weiter steigende Popularität endlich monetarisieren wolle. Nun ließ sich Twitter-Mitbegründer Biz Stone vom "Wall Street Journal" Details zu seiner Planung entlocken. Twitter werde noch dieses Jahr ein gebührenpflichtiges Modell einführen, kündigte Stone an. Mit Unternehmen, die es unterdessen selbst mit Werbe-Tweets versuchen, wolle man "zusammenarbeiten".

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Eine Woche nach dem Hoax des Technik-Blogs BBspot, das vermeintlich exklusiv die Einführung von Premium-Modellen mit monatlichen Kosten zwischen 5 und 250 Dollar verkündete, spricht Twitter-Mitbegründer Biz Stone Klartext.

Auf Nachfrage des „Wall Street Journals“, wie Twitter mit Firmen umgehen wolle, die den Kommunikationskanal selbst bereits werblich nutzen – wie es Turi2 hierzulande am Dienstag vorgemacht hat –, erklärte Biz Stone: „Wir wollen mit Firmen, die bereits Versuche unternehmen, zusammenarbeiten.“

Gebührenpflichtiges Premium-Modell soll 2009 kommen

„Zusammenarbeiten“ dürfte wohl bedeuten: zur Kasse bitten. Dass Twitter selbst ein gebührenpflichtiges Modell in diesem Jahr starten will, bestätigte Stone gegenüber dem „Wall Street Journal„. Ein Produktmanager für kommerziell genutzte Accounts sei bereits eingestellt worden.

Die Rede ist von kostenpflichtigen Accounts, die Nutzern Zusatzfunktionen bieten würden – BBSpot hatte etwa von längeren Tweets und einer zusätzlichen Followeranzahl gesprochen. Gleichzeitig bestätigte Biz Stone gegenüber dem Technologieportal „Alley Insider„, dass Twitter in der Nutzung für den regulären User kostenfrei bleiben soll.    

ExecTweets macht den Anfang, Firmen folgen

Die Anstrengungen, drei Jahre nach dem Debüt auch Geld verdienen zu wollen, laufen bei Twitter auf Hochtouren. Erst am Montag hatte Twitter in Zusammenarbeit mit Federated Media die Webseite ExecTweets  gestartet, die Tweets der wichtigsten wirtschaftlichen Führungskräfte bündelt. Microsoft sponsert die Plattform – die Erlöse teilen sich Federated Media und Twitter.

Immer mehr Untenehmen versuchen aus dem Twitter-Boom Kapital zu schlagen.  Das Lifestyleportal Glam etwa, an dessen deutschem Ableger Burda beteiligt ist, will thematisch passende Tweets zur Unterhaltungsbranche auf neuen Websites bündeln – und sie  entsprechend vermarkten.

Beim Berliner Start-up Magpie & Friends können User sogar an Werbung mitverdienen. Und zwar nach dem von Google AdWord bekannten Schlagwortprinzip: Unternehmen könnten ihre Werbung hier an mit hashtag verschlagworte Tweets – wie etwa #iphone – von Nutzern koppeln, die dafür mit Zahlungen zwischen wenigen Cent bis 13 Dollar entlohnt werden.

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