„Berliner Zeitung“: Offener Brief der Redaktion

Die Belegschaft atmet auf: In der Samstagsausgabe der "Berliner Zeitung" veröffentlicht die Redaktion einen offen Brief, in dem sie mit dem ehemaligen Besitzer David Montgomery und seinen Deutschlandstatthalter Josef Depenbrock abrechnen: "Für die Berliner Zeitung beginnt eine Ära des Aufbruchs", heißt es in dem Text. Den kompletten Brief gibt es auf der nächsten Seite.

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

für die Berliner Zeitung beginnt eine Ära des Aufbruchs. Die Redaktion ist erleichtert, dass der Berliner Verlag mit dem Kölner Medienhaus M. DuMont Schauberg einen renommierten, im Zeitungsgeschäft erfahrenen Eigentümer bekommen hat. Die Phase, in der wir die Qualität der Berliner Zeitung gegen überzogene Renditeerwartungen verteidigen mussten, ist vorüber.
Aus diesem Anlass möchten wir uns bei Ihnen bedanken. Sie sind der Berliner Zeitung in turbulenten Zeiten treu geblieben. Sie haben unseren Einsatz für publizistische Unabhängigkeit aufmerksam verfolgt und ihn kritisch begleitet. Sie haben uns immer wieder ermuntert, unsere journalistischen Ansprüche nicht aufzugeben und jeden Tag ein informatives und abwechslungsreiches Blatt zu machen. Ohne Ihre Unterstützung und Ihr Vertrauen hätten wir das nicht geschafft.
Wir haben demonstriert, wir haben Resolutionen verfasst, wir sind sogar vor Gericht gezogen. Das hat uns natürlich belastet. Die Redaktion nimmt dennoch viel Positives aus dieser Zeit mit. Es hat eben auch gute Seiten, wenn man aus der Routine gerissen wird. Wir sind uns noch stärker dessen bewusst geworden, was guten Journalismus ausmacht: sorgfältige, unabhängige Recherche, leserorientierte Präsentation unserer Inhalte ohne geschäftliche Hintergedanken, kritisches Fragen, kurz: Qualität. Dass wir 2008 als Redaktion des Jahres ausgezeichnet wurden, hat uns darin bestärkt, auf diesem Weg weiterzugehen.
Wir blicken mit Zuversicht nach vorne. Wir wollen unsere führende Rolle in der Region Berlin/Brandenburg ausbauen, und wir wollen als die Hauptstadt-Zeitung in ganz Deutschland wahrgenommen und gelesen werden. Wir wissen, dass wir noch besser werden können. Darauf wollen wir uns konzentrieren. Bleiben Sie uns gewogen.
Ihre Redaktion

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