Die Formel 1 vor einer schweren TV-Saison

Quo vadis, Formel 1? Wenn die Piloten am Wochenende erstmals in dieser Saison wieder um Punkte kämpfen, dann startet die Königsklasse des Motorsports in eins ihrer schwierigsten Jahre. Nicht nur die Teams stehen angesichts vieler neuer Regeln vor großen Problemen und Verwerfungen, auch für RTL und Premiere wird es spannend: Kann der seit Jahren andauernde Zuschauerschwund gestoppt werden? Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage wäre ein weiteres Minus verheerend.

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Quo vadis, Formel 1? Wenn die Piloten am Wochenende erstmals in dieser Saison wieder um Punkte kämpfen, dann startet die Königsklasse des Motorsports in eins ihrer schwierigsten Jahre. Nicht nur die Teams stehen angesichts vieler neuer Regeln vor großen Problemen und Verwerfungen, auch für RTL und Premiere wird es spannend: Kann der seit Jahren andauernde Zuschauerschwund gestoppt werden? Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage wäre ein weiteres Minus verheerend.

Das Problem, vor dem insbesondere RTL steht, ist dabei auch für die Formel 1 insgesamt wichtig. Deutschland ist immer noch einer der wichtigsten Märkte für die Rennserie: Große Summen an TV-, Sponsoren- und anderen Geldern kommen aus Deutschland. Doch Fakt ist: Nicht erst seit dem Karriereende von Michael Schumacher zeigen die Einschaltquoten-Kurven bei RTL deutlich nach unten. Nach dem Rekordjahr 2001, als im Durchschnitt 10,52 Mio. Zuschauer RTL einschalteten, ging es Saison für Saison abwärts. In Schumis letzter Saison 2006 waren es noch 7,66 Mio. Fans, 2008 sank die Zuschauerzahl mit 5,14 Mio. auf den geringsten Wert seit 1994!

Die Entwicklung zeigt: Der Abschied von Michael Schumacher war nicht der Auslöser des Zuschauerrückgangs, er hat die Entwicklung aber noch verstärkt. Das Argument, die Fans würden vermehrt Premiere einschalten, zieht dabei nicht. Zwar veröffentlicht Premiere derzeit keinerlei Zuschauerzahlen für seine Sender und Programme, doch als man das gegenüber Werbekunden noch tat, war eine ähnliche Entwicklung zu beobachten. So sprach man 2004 noch von „bis zu 1,5 Mio. Zuschauer“ pro Rennen, 2006 nur noch von „bis zu 1 Mio. Zuschauern“. Die von den Forschern von Modata im Premiere-Panel gemessenen Durchschnittswerte sanken zwischen 2004 und 2006 von 1,12 Mio. auf 0,72 Mio. Selbst wenn diese Zahlen sich wieder erholt haben sollten – wovon bei stagnierenden bis sinkenden Abonnentenzahlen nicht auszugehen ist, kann Premiere die vielen Millionen, die RTL fern geblieben sind, auf keinen Fall ausgleichen.

Trotz der stetigen Bewegung nach unten gibt sich RTL aber zuversichtlich, dass 2009 kein weiteres Zuschauerminus auf das Quotenkonto kommt. „Im Vorjahr haben die Olympischen Spiele und die Fußball-EM das Interesse an der Formel 1 spürbar abgeleitet. Das wird in diesem Jahr nicht der Fall sein. Wir gehen deshalb davon aus, dass das Interesse wieder zunehmen wird“, sagte RTL-Sportchef in einem dpa-Interview. Und weiter: „Die Änderungen des Regelwerks und der Technik werden den Formel 1-Sport beleben.“ Gerade diese Regeländerungen könnten ihm recht geben. Durch schmalere Autos, die neue KERS-Technik und mehr PS könnten Überholvorgänge wieder zunehmen, noch mehr Spannung in die Rennen kommen. Zudem könnten die Teams an der Spitze durch die vielen Neuerungen noch näher zusammenrücken. Ob das allerdings wirklich ausreicht, um wieder mehr Fans für die Formel 1 zu gewinnen, bleibt abzuwarten. Schließlich war auch die Saison 2008 extrem spannend und auch dort gab es schon fünf deutsche Fahrer, die zum Teil ganz weit vorn mitfuhren.

Dass der Sender aber tatsächlich mit steigenden Quoten rechnet und das nicht nur so daher sagt, zeigt ein Blick auf die Werbespotpreise, die RTL-Vermarkter IP Deutschland für die neue Saison veranschlagt hat. So kostet ein 30-Sekünder in den 17 Rennen der Saison 2009 im Durchschnitt 61.147 Euro. Im Jahr zuvor waren es noch 59.267 Euro – ein Plus von 3,2% also – und das trotz des schwierigen Werbemarkts, unter dem derzeit alle Sender leiden. Kein Grund für den Preisanstieg ist dabei der neue Rennkalender. Zwar startet der Australien-Grand-Prix am Wochenende erst um 8 Uhr statt um 5.30 Uhr – und auch die Rennen in Malaysia, Bahrain, Japan und Brasilien starten etwas später und dürften die europäischen Zuschauerzahlen ansteigen lassen, dafür ist der attraktive Kanada-Grand-Prix, der um 19 Uhr startete, ebenso wie das Rennen in Frankreich aus der WM geflogen. Neu hinzu kommt lediglich ein Grand Prix in Abu Dabhi, der dafür schon um 12 Uhr mittags läuft.

Die größte Hoffnung für RTL und Premiere bleibt also ein neuer Schumi – ein deutscher Fahrer, der in einer möglichst spannenden und spektauklären Saison um die Weltmeisterschaft mitfahren kann- dann könnten die Zahlen tatsächlich wirklich wieder nach oben gehen.

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