StudiVZ unbeliebteste Web-Company

Keine guten Tage für StudiVZ: Am Donnerstag überholte der Rivale Wer-kennt-wen.de die Studenten-Community im AGOF-Ranking. Dazu zeigt nun das neue Start-up-Barometer: Die Berliner sind aktuell die unbeliebteste Web-Company. Exklusiv für MEEDIA untersuchten die Social Media-Spezialsten von Ethority, wie im Netz über die einheimischen Start-ups gesprochen wird. Das Resultat: Das schlechteste Image hat StudiVZ, und das beste das Kunsthandwerk-Portal DaWanda.

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Bereits im vergangenen Start-up-Barometer – im Herbst 2008 – belegte StudiVZ den letzten Platz. Damals zielte die meiste Nutzer-Kritik auf die Person des ehemaligen Chefs Marcus Riecke und seine umstrittenen Demission. Dazu stört viele User, dass die Tochter der Verlagsgruppe Holtzbrinck mit harten juristischen Mitteln gegen jede kleine Webseite vorging, die das Kürzel VZ in ihrem Namen trug. Beide Themen-Komplexe spielen nun keine Rolle mehr.

Die Kritik an dem Berliner Start-up ist mittlerweile weniger konkret. Die User reden oftmals in der Grundtonalität schlechter über StudiVZ. Vor allem immer dann, wenn es um die Rivalen Facebook oder auch mit Abstreichen Wer-kennt-wen geht.

Der größte konkrete Kritikpunkt an der Holtzbrinck-Tochter ist die Löschung einer SPD-Gruppe. Allerdings war das verschwinden des Polit-Clubs nur ein technisches Versehen eines VZ-Administrators. „Trotz aller Kritik muss man allerdings auch sehen, dass StudiVZ die Plattform ist, über die im deutschen Netz einfach am häufigsten gesprochen wird. Obwohl StudiVZ mittlerweile gar nicht mehr das Reichweitenstärkste Netzwerk in Deutschland ist“, sagt Ethority-Unternehmenssprecher David Nelles.

Das Start-up mit dem besten Image ist DaWanda. Der Marktplatz für selbstgemachte Produkte ist im Vergleich zu Companys wie Xing oder Last.fm ein Netz-Mittelständler. Deshalb überrascht der Spitzenplatz vor ungleich bekannteren Marken wie Spreadshirt oder Sevenload. „Das Abschneiden von Dawanda zeigt eindrucksvoll was für ein Effekt ein starke Fan-Community auf das Brand-Image einer Marke haben kann. Gerade im Fall Dawanda gibt es eine große Anzahl von Markenevangelisten, welche ein positives Meinungsbild über das junge Social Commerce Unternehmen befördern“, sagt Nelles. Dies bestätigen auch die typische Nutzerkommentare, die die Ethority-Experten analysierten. So schrieb „Sachensucherin“: „DaWanda. oh, da kann man wunderbar stöbern …“. Oder „Lina Lu“: „Einkaufen bei dawanda….macht spass!!!“

„In unserer Untersuchung sind wir auch der Frage nachgegangen über welche Start-ups im Web viel geredet wird, wer also am meisten Buzz erzeugt und wie über das jeweilige Startup gesprochen wird“, sagt Nelles. In dieser Kategorie führt – wenig überraschend – StudiVZ mit 4,7 Prozent, gefolgt Xing (4,4 Prozent) und Yigg (2,7 Prozent).

Für eine echte Überraschung sorgt Wer-kennt-wen, der Shootingstar unter den deutschen Netzwerken. Im IVW-Ranking der beliebtesten Seiten belegt die RTL-Tochter mit 4,5 Milliarden Page Impressions den zweiten Platz aller gelisteten Angebote. Doch in der Buzz-Analyze von Ethority kommt die Plattform nur auf einen Wert von 1,2 Prozent. Das reicht gerade einmal für Platz 16. IVW-Spitzenreiter ist SchuelerVZ mit 4,8 Milliarden Klicks.

Das Ethority Start-up-Barometer analysierte die Image-Werter der Web-Companys, indem die Experten die Tonalität von Foren-Diskussionen untersuchten. Dabei benutzt wird das Analysetool von ethority.  Als wichtigstes Hilfsmittel dient dabei eine umfangreichen Keywordliste.  Ausgehend von der Datenbank kategorisiert die Crawlertechnologie Usermeinungen.  Unzählige Begriffe werden in die Kategorien „positiv“, „negativ“ und „neutral“ unterteilt. „Mit unserer Methodik ist Ethority in der Lage, die globale Online-Meinungsbildung zu tracken. Unsere spezielle Gridmaster-Technologie liefert dazu Echtzeitaufnahmen zu allen im Netz diskutierten Themen, von Produktqualität über Firmenimage bis hin zur Reputation von Einzelpersonen (z. B. CEOs) in den nutzergenerierten Medien“, erklärt der Unternehmenssprecher. Insgesamt analysierten die Hamburger über 49.000 Postings zu rund 450 deutschen Start-ups.

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