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Was Heidi von „Moppel“ Tyra lernen kann

Während sich bei Heidi Klums „Germany's Next Topmodel“ die Massen vor den Fernsehern versammeln, sorgte jetzt eine Massenpanik bei einem Casting für Tyra Banks „Americas Next Topmodel“ für sechs Verletzte und zwei Inhaftierungen. Ein rauchendes Auto ließ die Menge aus Angst vor einem Feuer zum Mob mutieren. MEEDIA hat beide Formate verglichen. Das Ergebnis: Alles ist gleich und dann doch ganz anders. Und: Heidi kann von Tyra noch so Einiges lernen.

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Ein alter BMW trug Schuld daran, dass ein Casting mit mehreren hundert Möchtegern-Models zur Massenpanik mutierte. Der Modelnachwuchs hatte am Samstag vor einem New Yorker Hotel Schlange gestanden, um von ihrem Idol in die Show gewählt zu werden. Plötzlich fing ein BMW auf der Straße an zu stottern, und Rauchschwaden stiegen auf. Ein lautes „Feuer, Feuer“ reichte aus, und hunderte Frauen gerieten in Panik. Ein Taschendieb wollte den Ausnahmezustand nutzen und versuchte, einige Mädchen um ihre Handtaschen zu erleichtern.

Banks: Mode-Ikone und Medienprofi

Für deutsche Verhältnisse sind solche Ausschreitungen beinahe undenkbar. Doch in den USA ist „America`s Next Topmodel“ (kurz ANTM) längst Kult. Seit 2003 moderiert Topmodel Tyra Banks die Show. Aktuell wird in den Staaten die zwölfte Staffel der Doku-Soap um die Jungen und Schönen dieser Welt produziert. Damit nicht genug: Die Sendung wurde vom ehemaligen Supermodel Tyra Banks geschaffen und sorgt seit 2006 für Traumquoten auf „The CW“, einem amerikanischen Fernseh-Netzwerk, das sich auf die Zielgruppe der 18- bis 34-Jährigen konzentriert. „The CW“ ist eine Kooperation der CBS Corporation und Warner Bros. Entertainment. Banks fungiert in ihrer Sendung als Hauptjuror, sang den Titelsong ein und ist zudem ausführende Produzentin.

Das Format wurde in viele Länder exportiert. Neben Deutschland nach Australien, Aruba, Belgien, Brasilien, China, Philippinen, Kanada, Kroatien, Ghana, Ungarn, Großbritannien, Frankreich, Russland, Israel, Thailand, die Türkei, die Schweiz und viele mehr. Für die skandinavischen Länder Dänemark, Norwegen und Schweden gibt es eine gemeinsame Sendung namens Scandinavia’s Next Top Model. Das malaysische, sowie das taiwanische Pendant zur Serie, sind bis dato die einzigen Versionen mit Kandidaten beider Geschlechter.

Die sonst als resolute Businessfrau gefeierte Heidi Klum wirkt angesichts so viel Unternehmergeist etwas blass. Sie geriet lediglich mit der Entscheidung in die Schlagzeilen, dass künftig nicht die Modelagentur IMG, sondern ihr Vater die Finalistin promoten wird. Auch im gewünschten Erscheinungsbild der Kandidatinnen sind sich die beiden Topmodels nicht einig. Bei Tyra Banks, dem ehemaligen Super-Model, haben auch Frauen eine Chance, die nicht überdurchschnittlich gross sind und eine normale Konfektionsgrösse haben. Banks will nach eigengen Angaben den Zuschauern ein realistisches Bild von Schönheit vermitteln.

Moppel vs. Model

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Es könne nicht sein, dass von der Modewelt falsche Werte an die Jugend weitergegeben werden, so die Afro-Amerikanerin. Sie muss es wissen. In einem Interview gab sie sogar einmal zu, dass sie manchmal kleine Schlitze in die Wäsche, die sie auf dem Laufsteg präsentieren sollte, schnitt. Denn ansonsten seien ihr die Sachen oft zu eng gewesen. Nach ihrer Modelkarriere nahm sie 13 Kilogramm zu und gab zu Protokoll, dass sie sich noch nie so wohl gefühlt hätte. Etliche Zeitschriften bezeichneten sie fortan als Top Moppel. Der Erfolg ist dennoch auf ihrer Seite. Mit der 20-jährigen Whitney Thompson hat 2008 ein Nachwuchsmodel mit Konfektionsgröße 42 gewonnen. Sie modelt erfolgreich in den USA und ziert die Cover von Fashion-Magazinen.

Dennoch scheinen etliche Elemente der Sendung kultur- und länderübergreifend zu funktionieren. Der so genannte „Runway Expert“ J Alexander sieht nicht nur aus wie eine jüngere Ausgabe von Bruce Darnell; ausgestattet mit einem kecken Pagenschnitt und dem zum Oberteil abgestimmten Haarband übernimmt er auch die Rolle des Modelcoach. Denn genau wie Heidi soll auch Tyra nicht lehren, sondern richten. Als strenge Mutter und knochenharte Jurorin. Wie hart, zeigt dieses Video:

Facebook vs. deutsche Fanwelt

Und auch, wenn beide Frauen äußerst erfolgreich im Mode- und Fernsehgeschäft arbeiten: Tyra ist Heidi um Längen voraus. Sie versteht es, die neuen Medien für sich zu nutzen. Im fernsehnetzwerkeigenen „CWLab“ können Fans nach eigenem Gusto ihre eigene Show aus einer Auswahl aus Clips, Soundtracks samt Effekten kreieren. Das Social Network Facebook nutzt Banks geschickt, um Fans über Neuigkeiten aus dem Leben der Kandidatinnen zu versorgen. Auf einem eigens für die Sendung angelegten Facebook-Profil können Fans und User in exklusiven Fotos aus den neuen Episoden stöbern, Ausschnitte aus den Sendungen anschauen, sich über geplante Events informieren und über ihre Lieblingssendung diskutieren. Die ganz Jungen können die Show sogar auf ihrem Nintendo DS nachspielen.

Währenddessen versteckt sich GNTM auf der Homepage von ProSieben im Lifestyle-Ressort. Da nützen so gut gemeinte Tools wie die „Topmodel-Fanwelt“ herzlich wenig. Auf dem sendungseigenen Twitter-Klon können Fans zwar zeigen, was sie bewegt. Warum man aber nicht die Masse der User auf Plattformen wie Twitter oder Facebook nutzt, um mit den Fans in direkten Kontakt zu treten? Das weiß wohl nur Heidi.

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