Telekom bespitzelte auch Kinder

Die Spitzelaffäre der Deutschen Telekom weitet sich aus: Jetzt wurde bekannt, dass auch drei Sekretärinnen, ein Pressesprecher und zwei Kinder ausgespäht wurden. Insgesamt ist die Liste der Bespitzelten auf 55 Personen angewachsen und ein Ende ist nicht in Sicht: "Ich kann nicht ausschließen, dass noch mehr Telefonnummern und Namen bekanntwerden", sagte der zuständige Oberstaatsanwalt Friedrich Apostel gegenüber dem „Handelsblatt“.

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Bei den Bemühungen, die firmeninternen Quellen eines Journalisten auszuspähen, wertete die Deutsche Telekom auch die Gesprächsdaten von Personen aus, die als „undichte Stellen“ gar nicht in Frage kommen konnten. So taucht auf der Liste der Betroffenen ein Pressesprecher auf, der damals bei der Telekom-Tochter T-Mobile gearbeitet hat. Außerdem wurden Daten von Gesprächen zweier Telekom-Aufsichtsräte mit ihren Kindern gesammelt. Von den ausgespähten Sekretärinnen arbeitete eine für den ehemaligen Telekom-Vorstandsvorsitzenden Kai-Uwe Ricke, der einer der Hauptbeschuldigten der Affäre ist.

Für die Staatsanwaltschaft ist bislang unklar, nach welchen Kriterien die aus Sicht der Telekom „verdächtigen“ Personen ausgewählt worden sind. Möglich wäre, dass der Konzern auch Daten erhoben habe, um diese anderen Unternehmen zukommen zu lassen. Momentan wird gegen acht Beschuldigte ermittelt. Unter ihnen ist auch der ehemalige Telekom-Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel, sowie drei Mitarbeiter der Abteilung der Konzernsicherheit.

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