Rätselraten um den Telekom-Maulwurf

Noch ist unklar, wer der Maulwurf war, der 2005 für die Telekom „Capital“ infiltriert haben soll. "Wir wissen bislang nicht wirklich, ob und wann es einen Maulwurf gegeben hat", sagte „Capital“-Vize Carsten Prudent. Allerdings gibt es das Gerücht, die Telekom-Detektei soll den Maulwurf aufgefallene Sex-Wünsche gezahlt haben. Dafür soll der eine eidesstattliche Versicherung über den Kontakt zwischen Redakteur Reinhard Kowalewsky und Aufsichtsrat Wilhelm Wegner abgegeben haben.

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Wegner gerät unterdessen selbst ins Visier der Staatsanwälte. Laut „SZ“ prüft die Staatsanwaltschaft derzeit, ob gegen Wegner ein Verfahren wegen Geheimnisverrat und Verstoß gegen das Aktiengesetz eröffnet wird. Opfer und Täter im Spitzelskandal geraten durcheinander. Weitere Details: Das „Handelsblatt“ berichtet, dass die Telekom noch bis zum 14. Mai dieses Jahr Geld an den Recherchedienst Network Deutschland überwiesen habe. Network-Chef Ralph Kühn habe gedroht, sonst die Hauptversammlung der Telekom zu stören und den Skandal dort öffentlich zu machen.

Die Kölner Rechtsanwaltskanzlei Oppenhoff & Partner warnte die Telekom-Führung daraufhin, mit dem Skandal selbst an die Öffentlichkeit zu gehen, um „negative Publizität“ zu vermeiden.

Politiker unterschiedlicher Parteien rufen nun nach verschärften Datenschutzgesetzen. Telekom-Chef Obermann versucht unterdessen sein Möglichstes, die Sachlage zu klären. So hat er den ehemaligen Richter am Bundesgerichtshof, Gerhard Schäfer, als unabhängigen Ermittler mit der Aufklärung der Affäre betraut. Obermann versicherte zudem immer wieder, dass die Kundendaten bei der Telekom sicher sind. Nun ja. Die bespitzelten Journalisten waren immerhin auch Kunden der Telekom. Bisher sind vier Presse-Vertreter bekannt, die ausgespäht wurden. Neben „Capital“-Mann Kowalewsky waren dies Jürgen Berke von der „WirtschaftsWoche“, Anne Preissner vom „manager magazin“ und im Jahr 2000 Tasso Enzweiler, der damals für die  „Financial Times Deutschland“ arbeitete.

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