Playboy-Chefin trimmt Bunnys auf Sparkurs

Die US-Medienkrise erreicht nun auch den Hochglanz-Riesen Playboy. In einem internen Memorandum an die Mitarbeiter kündigte Verleger-Tochter Christie Hefner drastische Sparmaßnahmen an. Damit reagiert der Konzern auf enormen Verluste in allen Geschäftsbereichen. Die geplanten Veränderungen treffen aber vor allem die Mitarbeiter. 80 Angestellte werden entlassen, das DVD-Geschäft wird aufgegeben, und im Verlag glühen künftig nur Spar-Lampen.

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Letzte Woche wurde Plaboy-Gründer und Alt-Schwerenöter Hugh Hefner von seinem Oberbunny Holly verlassen. Jetzt erreicht die große Depression auch sein Unternehmen. Für das Magazin, das seit 55 Jahren Männerträume wahr werden lässt, wurde jetzt der Sparkurs ausgerufen. Christie Hefner, Tochter des Chefredakteurs und Gründers des Medienimperiums, rief heute in einem internen Memorandum die Mitarbeiter zur Sparsamkeit auf.

Oberstes Ziel sei es, 2009 wieder solide Gewinne einzufahren. Aktuell sehe man sich durch die wachsende Konkurrenz im Print-Markt, die Abwanderung von Werbepartnern in andere Märkte und steigende Produktionskosten in Bedrängnis. Schon vor zwei Monaten wurde als Ziel die Senkung der Kosten in Höhe von zehn Millionen Dollar angekündigt. Damit reagierte der Konzern auf die starken Gewinneinbrüche im dritten Quartal diesen Jahres. Die Playboy Entertainment Group büßte 1,8 Millionen Dollar ein, die Gewinne aus dem TV-Geschäft fielen sogar von zuvor 21,6 Millionen auf 14,8 Millionen Dollar. Vor allem das Stammgeschäft, das Playboy-Magazin selbst, verzeichnete Umsatzeinbußen von neun Prozent. Und das trotz konstanter Heftverkäufe. Mit dem Sanierungsplan wolle jetzt sogar  Ausgaben in einer Höhe von zwölf Millionen Dollar einsparen.

Sparkurs trifft vor allem Mitarbeiter

Die Inhalte sollen zunehmend digital zur Verfügung stehen. In Folge der Neuverteilung sollen auch das DVD-Geschäft in mehreren Schritten komplett eingestellt werden. Eine Umstellung auf die hochauflösenden Blu-Rays sei nicht geplant, so Hefner. Da DVDs bisher einen Großteil des Umsatzes von Plaboy Enterprises ausmachten, werden in weiteren Schritten rund 80 Arbeitsplätze gestrichen und nicht neu besetzt. Doch damit nicht genug: Der Geschäftssitz in Los Angeles soll gestärkt werden, die Geschäftsräume in Santa Monica untervermietet und die Angestellten nach Los Angeles mitgenommen werden. Gleichzeitig sollen aber Reisekosten reduziert und Bonusprogramme sowie bezahlte Überstunden gestrichen werden.

Unter dem Deckmantel des Umweltschutz wird der Konzern, so Christie Hefner, damit aufhören, seinen Jahresbericht per Post zu verschicken. Die beliebten „Holiday-Cards“ wird es zukünftig nur noch als E-Card geben. Außerdem werden neue Bunny-Fotos nur noch unter dem Licht von Energiesparlampen begutachtet. Das Hochglanz-Magazin bekommt ein leichteres Papier und die Mitarbeiter dürfen zukünftig nur noch aus Pfandflaschen trinken. Zuvor zugesicherte Bonusprogramme für motivierte Mitarbeiter werden laut Memo nicht ausgezahlt, und alle Mitarbeiter müssen auf Gewinnbeteiligungen verzichten.

Sanierung trotz guter Umsätze

Die enormen Einschränkungen seien nötig, um sich auf Dauer in den neuen digitalen Märkten zu etablieren, sagte Heffner in einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht. Trotzdem wachsen die Erträge aus den Bereichen TV, Online und Mobile konstant. Weltweit ist das immernoch erfolgreichste US-Männermagazin auf dem Vormarsch. Playboy Enterprises verzeichnete für 2008 die meisten Magazinverkäufe außerhalb der USA.
Es scheint, als wolle der Konzern schlanker auf Kosten seiner Mitarbeiter werden, anstatt wirklich auf den desaströsen Markt zu reagieren. Die Sanierungspläne treffen vor allem die Belegschaft. Auf seine Playboy-Villa wird Firmenchef Hugh Hefner deswegen nicht verzichten. Nach der Trennung von Dauer-Nebenfreundin Holly Madison hat der 82-Jährige nun die Zwillings-Playmates Karissa und Kristina Shannon im Visier. Wenigstens bleibt der Firmenchef seinen Prinzipien treu.  

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