Neue MacBooks: Aluminium für alle

Es war wieder so weit: Steve Jobs betrat in San Francisco die Bühne, um neue Apple-Produkte vorzustellen. Nach iPhones und iPods stand nun die Aktualisierung der MacBook-Produktreihe auf dem Programm, wie schon die Ankündigung erwarten ließ. "The spotlight turns to notebooks", hatte Apple in der Einladung verraten. Das Kultunternehmen hielt Wort: Apple-Fans wurden mit neuen MacBooks beglückt, Aktionäre reagierten jedoch mit Preisabschlägen.

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Diesmal war es nicht die eine Sache („One more thing“), sondern gleich vier – drei neue MacBooks und ein neues Display, das Apple-CEO Steve Jobs in seiner Keynote in San Francisco heute Abend präsentierte. Wie erwartet, erneuerte Apple die Notebook-Produktpalette damit einmal rundum. Der größte Coup des Abends kam wie immer zuletzt: Die Vorstellung des Einsteigermodells der Notebook-Serie – das MacBook.

Die Gerüchte im Vorfeld hatten nicht getrogen. Das preiswerteste Modell der beliebten Apple-Notebook-Reihe sah genauso aus wie die chinesischen Spionage-Bilder, die in den letzten Tagen im Netz kursierten – nämlich in jenem Ganzmetallgehäuse gehalten, in dem auch bereits die aktuelle Generation der iMacs daherkommt. Für nun schon 1299 Dollar (1199 Euro) kann das neue Apple-Kultprodukt ab sofort als 13-Zoll-Modell mit 2,0 GHz-Intel Core 2 Duo Prozessor und 160 GB-Festplatte erworben werden – die schnellere und leistungsfähigere 2,4 GHz-Version mit 250-Festplatte wird dagegen für 1599 Dollar (1499 Euro) ausgeliefert.

Damit bleibt der Computer-Pionier weit unter den Hoffnungen der Analysten, die sich in der vergangenen Woche noch rezessionssichere 800-Dollar-MacBooks erhofft hatten. Immerhin: Erstmals in seiner Geschichte unterbot Apple die psychologisch wichtige 1000-Dollarmarke mit einem aktualisierten 13-Zoll MacBook in Weiß, das mit 2,1 GHz Intel Core 2 Duo Prozessor und einer 120 GB Festplatte auftritt – und zwar für 999 Dollar (949 Euro).

Teures Premium-Segment: MacBooks und MacBook Air weiter mit stolzen Preisen

Deutlich mehr bezahlen müssen Apple-Fans für die Premium-Segmente. So wird die Pro-Variante als 15-Zoll-Notebook in einer Version mit 2,4 GHz bei einer 250 GB-Festplatte und einer mit 2,53 GHz und einer 320-GB-großen Festplatte ausgeliefert. Stolzer Preis: 1999 Dollar (1799 Euro) bzw. 2499 Dollar (2249 Euro). Das 17-Zoll-große MacBook Pro (2,5 GHz Intel Core 2 Duo Prozessor, 320 GB Festplatte) kostet noch einmal zehn Prozent mehr – nämlich 2799 Dollar (2499 Euro).

In ähnlich gehobenen Dimensionen bewegt sich auch weiterhin der Coup der Januar-Keynote – das extrem dünne MacBookAir, das weiterhin für 1799 Dollar (1699 Euro) bzw. 2499 Dollar (2299 Euro) erhältlich ist, dafür aber deutlich mehr kann als die bisherigen Modelle. Das Einsteigermodell kommt jetzt mit 1,6 GHz-Intel Core 2 Duo Prozessor und 120 GB-Festplatte daher, das Premium-Modell mit 1,86 GHz-Prozessor und nun einer 128-GB großen Flashfestplatte.

Neue MacBooks: Mit Unibody-Aluminiumgehäuse – und umweltfreundlicher


Während das MacBook Air keiner echten Generalüberholung, sondern lediglich einem Upgrade unterzogen wurde, erlebte die MacBook-Reihe eine neue Ära – und zwar auch technisch. Wie einige Blogger schon gemutmaßt hatten, sind die neuen portablen Apple-Alleskönner aus einem einzigen Stück Aluminium gefertigt worden („Brick“), wie Jonathan Ive, Senior Vice President of Industrial Design von Apple, erklärte: „Herkömmlicherweise werden Notebooks aus einer Vielzahl von Teilen hergestellt. Beim neuen MacBook haben wir all diese Teile durch ein einzelnes ersetzt: das Unibody-Aluminiumgehäuse“, das das neue MacBook „wesentlich dünner, stabiler und robuster macht.“

„Ebenso wichtig ist, dass sie die umweltfreundlichsten Notebooks auf dem Markt sind“, erklärte Apple-CEO Steve Jobs stolz. Neue NVIDIA-Grafikprozessoren, Displays im Stil der iMacs und ein völlig neues Multi-Touch-Trackpad machen die Grunderneuerung des MacBooks komplett. „Das neue MacBook bietet unglaubliche Features, die unsere Nutzer lieben werden, wie beispielsweise das umwerfende Aluminiumdesign, großartige 3D-Grafik-Performance und ein Display mit LED-Hintergrundbeleuchtung.“ 

Produkterneuerungen lassen die Börse kalt: Aktie wird abverkauft

Konsequent setzte Apple die Runderneuerung auch auf die Cinema-Displays um, was nach einem Produktstillstand von zwei Jahren überfällig schien. Das 24 Zoll-Breitbild-Display mit LED-Hintergrundbeleuchtung erscheint für 899 Dollar (849 Euro) im Alu-Design des iMacs und verfügt über die handelsüblichen Features wie eine eingebaute iSight- Videokamera, ein Mikrofon sowie ein Lautsprechersystem.

„Das neue LED Cinema Display ist das fortschrittlichste Display, das Apple jemals entwickelt hat“, durfte sich auch Philip Schiller, Senior Vice President Worldwide Product Marketing von Apple, auf der Präsentation hocherfreut zeigen. Aktionäre beurteilten die Produktneuerungen indes gewohnt kritisch und schickten die Aktie nach Beendigung der Keynote auf Talfahrt. Nach 116 Dollar zu Handelsstart notierten die Apple-Anteilsscheine zu Handelsschluss nur noch bei 104 Dollar.

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