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Microsoft präsentiert 3D-Foto-Software

Microsoft hat mit Photosynth einen neuen Web-Service vorgestellt. Dadurch soll es dem User ermöglicht werden, aus normalen Fotos 3D-Umgebungen zu erstellen. Der Software-Konzern will damit beweisen, dass sein Image, nicht viel mehr zu leisten, als die Ideen anderer zu kopieren, nicht korrekt ist. Photosynth, die erste Entwicklung der noch jungen Abteilung Live Labs, die von dem ehemaligen Yahoo-Entwickler Gary Flake geleitet wird, ist für Microsoft ein großer Schritt in Richtung Innovationsfreudigkeit.

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Die Software wird kostenlos zum Download angeboten, ein Geschäftsmodell existiert erst einmal nicht. Photosynth ist in erster Linie ein Image-Produkt. Die Windows-Macher wollen endlich den Ruf abschütteln, nicht innovativ zu zu sein. Demos von Photosynth sind in der Tat beeindruckend. In einem Video setzt Flake 436 Einzelbilder des englischen Stonehenge-Monuments zu einer 3D-Landschaft zusammen.

Nutzer bekommen von Microsoft 20 Gigabyte kostenlosen Server-Platz, um eigene Photosynth-Kollektionen zu erstellen. Für eine Kollektion, die einen echten 3D-Effekt erzielt, braucht es freilich 150 bis 200 Fotos. Und es ist derzeit nicht möglich, weitere Fotos hinzuzufügen, wenn die Kollektion einmal erstellt ist. Daran würde noch gearbeitet, so Flake. Auch Mac-Nutzer müssen sich noch ein wenig gedulden. Derzeit läuft Photosynth nur unter Windows. So ganz kann Microsoft eben doch nicht aus seiner Haut.

So beeindruckend Photosynth auf den ersten Blick ist – ein bisschen darf man am Alltagsnutzen des Service zweifeln. Wer fotografiert im Urlaub schon 200 Mal ein und diesselbe Sehenswürdigkeit? Man muss schon ein eigenes Hobby daraus machen, will man Photosynth nutzen. Ein kommerzieller Nutzen ist zudem nicht in Sicht. Flake sagte der „Financial Times“, Photosynth könnte auch dazu benutzt werden, dass Kunden online durch virtuelle Geschäfte spazieren und dort ihre Einkäufe erledigen. Das klingt dann doch ein bisschen zu sehr nach virtuellem Wunschdenken á la Second Life. Ein beeindruckendes Spielzeug ist Microsoft mit Photosynth aber allemal gelungen.

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