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Microsoft: 1 Milliarde für mobile Websuche?

Softwaregigant Microsoft steht offenbar kurz davor, im Internet-Infight mit Google einen großen Coup zu landen. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, hat der Redmonder Technologiekonzern gute Chancen, bei Verizon exklusiv die mobile Internetsuche zu stellen. Für insgesamt mehr als eine Milliarde Dollar könnte beim zweitgrößten Mobilfunkbetreiber der Vereinigten Staaten dann auch Microsofts Betriebssystem Windows Mobile dauerhaft vorinstalliert werden.

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Das Imperium will zurückschlagen. Wieder und wieder musste sich der bei weitem wertvollste Softwarekonzern von Emporkömmling Google im Internet vorführen lassen. Bei der Internetsuche war man weit abgeschlagen, bei Zukäufen kam man beständig zu spät (YouTube, Doubleclick). Fast verzweifelt erschienen das erstaunlich hohe Gebot für den schwächelnden Online Pionier Yahoo und der extrem teuer bezahlte Einstieg in das boomende Social Network Facebook.

Nun jedoch könnte dem Dow Jones-Mitglied ein echter Coup gelingen. Wie das „Wall Street Journal“ heute berichtet, steht Microsoft kurz vor dem Abschluss eines Werbedeals mit dem zweitgrößten amerikanischen Mobilfunkprovider Verizon Wireless. Inhalt: Der Softwarehersteller bekäme den Zuschlag, auf den Handys der 57 Millionen Kunden als Internetsuchmaschine vorinstalliert zu werden.

Hohes Gebot:  Microsoft offenbar bereit, doppelt so viel zu zahlen wie Google

Die Exklusivität würde sich Microsoft mit garantierten 550 bis 650 Millionen Dollar für die nächsten 5 Jahre sichern. Die Umsätze, so die Details der Partnerschaft, würden sich die beiden US-Technologiekonzerne teilen. Bis auf ein Volumen von einer Milliarde Dollar könnte das Paket wachsen, wenn Microsoft sein Betriebssystem Windows Mobile installieren darf.

Konkurrent Google, mit dem sich Verizon auch in Gesprächen befindet, war unterdessen offenbar nur bereit, für die Internetsuche die Hälfte der Summe aufzubringen. Der Druck beim Internet-Platzhirsch fällt vermutlich vergleichsweise geringer aus: Google ist bereits die bevorzugte Suchmaschine bei der Nummer drei auf dem US-Mobilfunkmarkt – Sprint Nextel.

Mobile Internetsuche: Google liegt weit vorne

Zudem hatte das an der Technologiebörse Nasdaq gelistete Unternehmen vor wenigen Wochen mit T-Mobile USA das G1 auf den Markt gebracht – das erste Smartphone, das auf Googles Betriebssystem Android basiert und natürlich die eigene Suchtechnologie verwendet. Auch auf Apples iPhone ist Google als proprietäre Suchmaschine vorinstalliert.

Der Kampf um die Vorherrschaft im mobilen Internet wird nicht ohne Grund so verbissen geführt. Der Markt gilt als Wachstumsfeld der Zukunft – ist aber noch relativ jung.  Nach einer Umfrage von comScore M:Metrics nutzen erst knapp acht Prozent oder 17,6 Millionen der amerikanischen Handybenutzer die mobile Internetsuche. Google führt den Markt mit knapp 60 Prozent Marktanteil an – Microsoft kommt bislang auf lediglich 10 Prozent.

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