IVW-Sieger: „Unser USP sind unsere Nutzer“

MEEDIA sprach mit den Newcomern von wer-kennt-wen, Patrick Ohler und Fabian Jager, über ihren sensationellen IVW-Einstieg. Die von RTL interactive (Anteil: 49 Prozent) unterstützten Portal-Gründer landeten mit annähernd 3,2 Milliarden Page Impressions (PI) auf Anhieb auf Platz drei hinter schülerVZ und studiVZ. Ihren Erfolg – bereits 2007 gab es eine Million Nutzer – erklärt Co-Gründer Patrick Ohler: „Unser Portal ist nicht thematisch eingeschränkt, wir sind ein Social Network für alle."

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Wie erklären Sie sich Ihren Erfolg?
Fabian Jager: Wir wollten, als wir 2006 gestartet sind, ein Social Network für alle anbieten. Auf wer-kennt-wen findet man so einfach wie sonst nirgends alte Bekannte wieder, die durch Umzug, Heirat oder dergleichen nicht mehr leicht zu finden waren. Diese Wiederfindbarkeit macht den Reiz unseres Portals aus. Das ist unser Erfolgsrezept. Wir haben in unserer Kernregion – rund um Koblenz – inzwischen eine kritische Masse erreicht, sodass man am ersten Tag bei wer-kennt-wen leicht 30 bis 40 neue bzw. alte Bekannte trifft.

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?
Patrick Ohler: Ich tue mich generell schwer, ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen Social Networks zu formulieren. Wir haben unser Produkt nach Gesichtspunkten der Usability ausgerichtet. Die Seite ist für jeden intuitiv benutzbar. Wir wollten von Anfang an ein Produkt entwickeln, das es allen einfach macht, sich zu vernetzen. Und die Community zahlt es uns ja zurück. Man kann also sagen: Unser USP sind unsere Nutzer.

Welche Pläne haben Sie für die nächsten Monate? Sind neue Features geplant?
Fabian Jager: Alle zwei Wochen bringen wir neue Features und nehmen permanent Optimierungen vor. Das sind natürlich keine Kernfeatures, die einem sofort ins Auge fallen. Wir bemühen uns aber, das Portal permanent weiter zu entwickeln und dabei die extrem einfache Benutzbarkeit aufrecht zu halten.

Sie sind besonders in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland stark. Als nächstes sind NRW und BW dran, wenn man Blogger Robert Basic glauben darf. Welche regionalen Perspektiven sehen Sie?
Patrick Ohler: Richtig, das Epizentrum ist Koblenz. Von da aus breitet sich wer-kennt-wen wellenförmig aus. In den Kernregionen haben wir eine Durchdringung der Bevölkerung von über 30 Prozent erreicht. Bis zu 50 Prozent unserer Nutzer loggen sich täglich ein. Das sind jeden Tag zwischen 1,6 und 1,7 Millionen eindeutige Besucher. Bei den Sprachgrenzen ist allerdings Schluss. Nach Luxemburg, Frankreich und in die Niederlande haben wir es bislang noch nicht geschafft. Unser Ziel ist es, in den Regionen, in denen wir noch nicht so stark vertreten sind, zu wachsen. Wir setzen da weiterhin auf den viralen Effekt.

Stichwort Marketing. Wie wollen Sie Profite erwirtschaften?
Fabian Jager: Wir wollen das virale Wachstum stärken und haben mit den IVW-Zahlen jetzt gute Argumente für eine erfolgreiche Vermarktung. Angefangen haben wir mit Adsense von Google. Inzwischen haben wir mit IP Deuschland auch einen Premium-Vermarkter, der zu unserem Gesellschafter RTL gehört. Unser Unternehmen ist schlank aufgestellt, so dass wer-kennt-wen sicherlich bald profitabel wird.

Wohin geht die Entwicklung von Social Networks in Deutschland?
Patrick Ohler: In Deutschland sehen wir da noch sehr viel unbeackertes Land – allein, wenn wir uns unsere eigene Nutzerentwicklung anschauen. Die Anzahl unserer Mitglieder, die von einem anderen Social Network kamen, ist verschwindend gering. Die meisten sind also Erst-User, was Soziale Netzwerke angeht. Außerdem sind viele Leute auch in unterschiedlichen Netzwerken unterwegs. Die Mehrfachnutzung ist also ein weiterer Indikator dafür, dass bei Social Networks längst noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist.

Findet man auch Sie bei wer-kennt-wen?
Fabian Jager: Ja selbstverständlich. Wir beide waren die ersten Mitglieder von wer-kennt-wen und haben nach und nach alle unsere Freunde eingeladen. Wir sind also die Ahnen des wer-kennt-wen-Stammbaums.

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