Internet ist das neue Leitmedium

Für die 25- bis 34-jährigen Deutschen ist das Internet das neue Leitmedium. Die „Generation Online“ surft inzwischen genauso häufig im Netz wie sie fernsieht. Das ergab die diesjährige Umfrage der European Interactive Advertising Association (EIAA): Mediascope Europe 2008. Dabei spielt das Web im privaten und persönlichen Bereich eine immer wichtigere Rolle. Deutschland ist beim Ausbau des Breitband-Netzes überraschenderweise noch Entwicklungsland.

Anzeige

Die Gruppe der 25- bis 34-jährigen Deutschen ist an 5,8 Tage pro Woche online, genauso häufig wie vor dem Fernseher. Das TV-Programm ist gemessen an der Stundenzahl pro Woche allerdings immer noch etwas attraktiver als das Internet: Hier steht es 14,7 zu 14,4 Stunden. Doch das Web holt auf. Die Internetnutzungsdauer ist im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent gestiegen. Gerade die intensiven Nutzer sind unter den 25- bis 34-Jährigen stark vertreten. Die Gruppe der so genannten Heavy-Onliner (16 Stunden pro Woche) ist mit 42 Prozent etwa doppelt so groß wie bei den Durchschnitts-Nutzern. „Das Internet hat sich für die Nutzer in den vergangenen fünf Jahren von der reinen Informationsquelle zu einem effektiven Tool entwickelt, mit dem sie ihren gesamten Lifestyle ausleben können und ihren Alltag organisieren können“, erklärt Alison Fennah, Executive Director der EIAA.

Im Vergleich mit den neun anderen untersuchten europäischen Nationen fallen drei Dinge besonders auf: Deutsche User sind deutlich aktiver bei Verbraucher-Bewertungen als die europäischen Nachbarn. Das Verhältnis liegt hier bei 37 Prozent zu 25 Prozent. Zudem werden im deutschen Raum besonders häufig Preisvergleichsites und Online-Auktionen angesurft. Auch hier liegen die Deutschen mit jeweils 50 Prozent deutlich höher. Der europäische Durchschnitt bei Preisvergleichen liegt bei 39 Prozent, Online-Auktionen kommen auf 35 Prozent. Was das Hören von Musik im Netz angeht, hinken die deutschen User noch etwas hinterher. Web-Radio und ähnliche Musik-Angebote im Netz werden in Deutschland nur von 27 Prozent der Internetnutzer besucht. Der europäische Durchschnitt liegt bei 40 Prozent.

Ernüchternd ist der Vergleich der Verbreitung der nationalen Breitband-Netze. Hier hat Deutschland den Status eines Entwicklungslands. Lediglich 60 Prozent bzw. 26 Millionen der deutschen Internetnutzer verfügen über einen Breitband-Anschluss. Damit hat die Bundesrepublik die rote Laterne. Am besten vernetzt ist Frankreich mit 92 Prozent, also 31,6 Millionen französischen Usern. Immerhin: Die Zahl der Wireless-Verbindungen in Deutschland ist durchaus konkurrenzfähig: 10,9 Millionen deutsche Nutzer gehen kabellos ins Netz – das entspricht 42 Prozent. Spitzenreiter hier ist Großbritannien. Auf der Insel sind 18,6 Millionen User ( 63 Prozent) wireless mit dem Netz verbunden.

In der Studie wurden insgesamt 9.000 Menschen in zehn europäischen Ländern befragt, etwa 1.000 davon in Deutschland. Die EIAA führt die Mediascope Europe bereits seit 2003 durch. Zu den Mitgliedern zählen unter anderem CNN, Ebay und G+J Media Sales.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige