Hat Google die besten Zeiten hinter sich?

Die große Finanzmarktkrise dürfte auch vor dem bei weitem wertvollsten Internetunternehmen der Welt nicht haltmachen. Das zumindest prognostiziert Global Equities Research. So rechnet Trip Chowdhry als erster Top-Analyst der Wall Street im Zuge des mutmaßlich rückläufigen Anzeigengeschäfts mit sinkenden Umsätzen in den kommenden Jahren. Der Dot.com-Dominator reagiert unterdessen - und will künftig sparsamer mit seinen Mitteln umgehen.

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Die Zeichen mehren sich für ein Ende der unbeschwerten Partystimmung auf dem Googleplex: Erst scheiterte das mit Abstand wertvollste Internetunternehmen auf Nebenschauplätzen wie beim Second Life-Herausforderer Lively oder dem Suchdienst Search Mash. Dann blieb der mit viel Buhei gestartete neue Browser Chrome ebenso unter den Erwartungen zurück wie auch bislang der iPhone-Herausforderer G1. Ärgerliche Teil-Niederlagen, aber alles andere als existenzbedrohend.

Doch nun droht der bei weitem reichweitenstärksten Internetsuchmaschine Ungemach. Das zumindest ist die Quintessenz, die Global-Equities-Research-Volkswirt Trip Chowdhry als erster Top-Analyst der Wall Street ausspricht. Erstmals in der glorreichen Unternehmensgeschichte des gerade mal zehn Jahre alten Dot.coms könnten sich die bis heute boomenden Umsätze nämlich in der nun aufziehenden Krise am Anzeigenmarkt rückläufig entwickeln!

Schock-Prognose: Global Equities Research sieht sinkende Umsätze

So prognostiziert Global Equities Research nach Umsätzen von 15,71 Milliarden Dollar in diesem Jahr nur noch Erlöse von 15,23 Milliarden in 2009 und sogar nur noch 14,57 Milliarden in 2010.

Das zumindest will Chowdhrys Analyse ergeben haben: „Unser Research deutet darauf hin, dass die herausfordernden makro-ökonomischen Bedingungen auch Googles anzeigenabhängiges Internet-Geschäft verschlechtern“, erklärte Chowdhry gegenüber dem „Wall Street Journal“-Ableger „Barron’s“. Nach seinen Recherchen hätten sich Schlagwort-basierte Anzeigen signifikant verschlechtert.

Einschnitte: Auch Google will künftig sparsamer mit seinen Mitteln umgehen

Und tatsächlich scheint es so, als reagiere das an der amerikanischen Technologiebörse Nasdaq gelistete Internetunternehmen unterdessen bereits auf die Krise – und zwar mit Maßnahmen, von denen auf dem paradiesischen Googleplex bisher nichts zu hören waren.

So zitierte das „Wall Street Journal“ in der heutigen Ausgabe Google-CEO Eric Schmidt mit Aussagen, die noch vor einem Jahr undenkbar gewesen wären. „Wir werden uns verhalten, als wüssten wir nicht, was noch kommt“, diktierte Schmidt der Technologie-Reporterin Jessica Vascallero. Folglich werde man mit seinen Mitteln künftig sparsamer umgehen, erklärte der 53-jährige Vorstandsvorsitzende, der die Geschicke bei Google bereits seit mehr als 7 Jahren leitet.

Konkret bedeutet dies, dass Software-Entwickler künftig mit weniger Kapazitäten auskommen müssten: Nicht jedem Entwickler würde mehr ein Team von 20 Leuten zur Verfügung gestellt, um an einem neuen Projekt zu arbeiten, erklärte Schmidt gegenüber dem „WSJ“. Bereits in der vorherigen Woche wurde bekannt, dass Google die Zahl der Leiharbeiter drastisch – nämlich um bis zu 10.000 Beschäftigte –  reduzieren wolle.

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