Goldgrube für Indie-Fans

Es ist sicher keine Meisterleistung, mit einer neuen Website auf ein alt bewährtes Prinzip zurückzugreifen. Genauso wie die Musikdienste Last.fm oder das mittlerweile für Europäer gesperrte Pandora spuckt das frisch gelaunchte US-Portal „StumbleAudio“ automatisch Songs zum Anhören aus, die der Musik der Lieblingsbands ihrer Nutzer ähneln. Dennoch gibt es zwingende Gründe, gerade dieses Portal auszuprobieren. Etwa den, dass man hier komplette Alben anhören kann.

Anzeige

Gibt man den Namen einer Independent-Band ein und klickt auf das knallrosa Windrad-Symbol, kann man sofort durch ein Angebot an vergleichbaren Sounds „stolpern“, auf Englisch: „to stumble“, und neue Lieblingsbands entdecken. Der Name „StumbleAudio“ erinnert sofort an das erfolgreiche Browsertool „StumbleUpon“, das dem User jedoch anstelle von Musiktipps Links nach Themengebieten vorschlägt. Die Daumen-hoch- und Daumen-runter-Knöpfe, mit denen der User der lernfähigen Software zu verstehen geben kann, wie gut sie seinen Geschmack getroffen hat, findet sich auch bei dem Namensklon „StumbleAudio“.

Das Vorschlagsspektrum ist groß: Die Datenbank, auf die der Service zurückgreift, ist nach Aussage der Macher mit zwei Millionen Songs von insgesamt 120.000 Künstlern gefüttert. Unterteilt ist die Musik in 19 Kanäle wie Easy Listening, Jazz oder Rap. Das Portal stellt in der Regel Musik von Sängern und Bands vor, die bei Independent-Labels unter Vertrag stehen oder vertragsfrei arbeiten. Mainstream-Titel wie bei dem Anbieter Last.fm wird man auf „StumbleAudio“ vergebens suchen.
Der Clou bei „StumbleAudio“ im Gegensatz zum Angebot seiner Konkurrenten: Alle Alben kann man komplett anhören, Song für Song. Die Bedienung funktioniert ähnlich wie bei Audio-Abspielprogrammen im Web und man begreift sie genauso intuitiv wie den Rest des Angebots: Auf einer eingeblendeten schwarzen Schärpe über dem CD-Cover kann man Pfeile mit Play-, Forward- und Backward- Funktion anklicken. Gefällt dem User der vorgeschlagene Audio-Titel, so kann er die MP3 oder CD sofort über die auf der Seite gelisteten Links zu Amazon, iTunes oder Payplay  erwerben.
Erlaubte Fragestellung bleibt allerdings, wie legal und seriös das Portal ist. Schon jetzt bloggen einige Musiker darüber, dass sie ihre Songs auf „StumbleAudio“ wieder finden, ohne dafür ihr Einverständnis gegeben zu haben. Die Macher behaupten das Gegenteil – alle Musiker, deren Songs auf dem Portal gespielt werden, bekämen ein Entgelt, schreiben sie im „about“. Ernst nehmen kann man dieses Versprechen wohl nicht, bleiben die Macher der Seite – vielleicht wohlweislich – anonym.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige