Comeback 2.0: Britneys dünnes Gezwitscher

Ooops, sie hat es wirklich getan: Nicht nur eine neue Single hat Britney Spears veröffentlicht. Auch im Web will sie hoch hinaus. Deshalb wurde ihr arg überladener Internetauftritt BritneySpears.com einem kompletten Facelifting unterzogen. Doch nicht nur die Website kommt nun im Web 2.0-Look-and-Feel daher. Britney hat auch den Message-Dienst Twitter für sich entdeckt und zwitschert seit letzter Woche als therealbritney im Netz...

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Es ist ein Comeback auf ganzer Linie. Obwohl ein vermeintlicher Dauergast in den Charts, ist ihre neue Single Womanizer tatsächlich die erste Nummer Eins im laufenden Jahrzehnt. Von Nummer 96 auf Platz 1 stürmte die von den Outsyders produzierte Dancefloor-Pop-Nummer in den amerikanischen Billboard-Charts am Wochenende nach oben. Das ist ein beachtlicher Erfolg für die im letzten Jahr noch übel herunter geschriebene zweifache Mutter, die sich kommerziell seit ihrem zweiten Album Ooops! I did it again eigentlich auf dem absteigenden Ast befindet.

Das jedoch ist nicht das eigentliche Thema, das gegenwärtig im Netz diskutiert wird. Es ist Britney selbst – und zwar die neue Britney, von der die staunende Welt spätestens seit ihrem Auftritt bei den World Music Video Awards im September Notiz genommen hat: Selbstbewusstster, besser in Form, offenkundig zufriedener mit sich selbst.

Doch weil in der Internet-Ära kein Comeback ohne minuziös durchgeplante Selbstvermarktung daherkommen kann, hat Britney nun auch das Web 2.0 für sich entdeckt. Und das im großen Stil: So wurde die in die Jahre gekommene Webseite BritneySpears.com pünktlich zum USA-Start ihrer Single einer Generalüberholung unterzogen. In der gängigen Blog-Optik findet der geneigte Fan jede Menge Schnipsel aus Britneys öffentlichem und Privatleben – von Magazincovern bis zu Kinderbildern. Dazu kommt einsilbige Video-Botschaften. („Hi everbody, welcome to the new BritneySpears.com!“)

Team Britney postet bei Twitter

Gepostet werden die Einträge natürlich nicht von Britney selbst – sondern von niemandem anderen als einem ominösen „Team Britney“. Ein Schelm, wer da an das seit letzter Woche ebenfalls in der Popkultur verankerte Team Cyprus denkt – jene Enklave von Technologie-Twentysomethings aus dem Silicon Valley, die Anfang Oktober eine wilde Party in Zypern feierte.
Google-Girl Britney Bohnet, die in dem Lip-Sync-Video zu Journeys „Don’t stop believing“ sehr fotogen die eigentliche Hauptrolle spielte, wies dann auch gleich auf das nächste Web 2.0-Abenteuer der wahren Britney hin: „Woah, Britney Spears has joined the „web 2.0″ crowd“, merkte die Google-Produktmanagerin am Samstag an – nicht jedoch, ohne neckisch hinzuzufügen, dass ihre berühmtere Namensvetterin bei ihrer Twitter-URL das Nachsehen habe: „PS: She’s not getting my Twitter username“.

So sich muss die viel zu spät gekommene wahre Britney sich auf der Instant Messaging-Community denn mit der eher uncoolen URL zufriedengeben: Auf http://twitter.com/therealbritney verbreitet der Popstar nun munter seine eher verzichtbaren Botschaften – oder lässt sie vielmehr verbreiten, wie schnell klar wird. „Hey Paparazzi… Rolling Stone-Cover-Gerüchte? Zu schade, dass Ihr nicht beim Shooting dabei wart. Britney hatte eine tolle Zeit und tanzte am Set“, ist da etwa am Freitag zu lesen. Der jüngste Eintrag vom Samstag ist nicht wirklich interessanter: „Schon eine Million Hits in 24 Stunden auf BritneySpears.com“, freut sich die Ikone. „Ihr seid wirklich die besten Fans der Welt“. Naja. 

Ironisches TechCrunch: „Willkommen in unserer Welt, Britney“


Entsprechend“ begierig schlachtet die Community Britneys erste Gehversuche im Web 2.0 aus. „Britney, Du machst einen großen Fehler, indem dem uns bei Twitter den üblichen Hollywood-Bullshit präsentierst“, echauffiert sich etwa der bekannte US-Blogger Gary Vaynerchuck. „Bei Social Media-Präsenz geht es um Authentizität. Das Getwittere ist aber offenkundig nicht aus Deiner Perspektive!“
Auch das Branchenorgan TechCrunch zieht genüsslich über den gefallenen Pop-Darling her: „OMG Brittney! On Twitter“, schießt Gründer Michael Arrington am Wochenende scharf gegen die 26-Jährige. „Das ist vielleicht die aufregendste Nachricht seit dem Launch von TomCruise.com im Mai. Willkommen in unserer Welt, Britney.“ Bei aller der beißenden Ironie ist Arringtons Unbehagen greifbar: „Noch ein paar von solchen Versuchen und Twitter ist im Mainstream angekommen“. Vielleicht schreibt sich Ex-Party-Freundin Paris Hilton schon warm….

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