„Bad News sind gut fürs Geschäft“

Nur die wenigsten kenne die Spiele-Schmiede BigPoint. Dabei müsste man die Company in einem Atemzug mit Xing oder StudiVZ nennen, denn BigPoint gehört zu den erfolgreichen Web-Projekten Deutschlands. Bereits seit 2003 produziert Heiko Hubertz browserbasierte Online-Games – einen der größten Wachstumsmärkte der Spiele-Industrie. Im MEEDIA-Interview erzählt der Hamburger, wie es ihm gelang, 70 Prozent seiner Firma für 50 Millionen Euro an NBC Universal zu verkaufen.

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Stimmt es, dass Sie BigPoint gerade für 70 Millionen Euro verkauft haben
Ja. Allerdings habe ich BigPiont nicht komplett verkauft. NBC Universal hat für rund 50 Millionen Euro 70 Prozent des Unternehmens übernommen. 30 Prozent halte noch immer ich.  
Ich hoffe, Sie haben sich nicht in Aktien bezahlen lassen?
Zum Glück nein. So wie die Kurse in der letzten Woche zusammengebrochen sind. 
Bedroht die Finanzkrise auch das BigPoint-Geschäftsmodell?
Nein. Im Gegenteil. Bei uns gilt: Bad News sind gut fürs Geschäft. So platt das klingt, die Leute spielen oftmals gerade deshalb, um in eine Fantasie-Welt zu flüchten.
Was heißt das in Userzahlen?
In Krisenzeiten – wie jetzt – verzeichnen wir ein Plus von sieben bis zehn Prozent bei den Neuanmeldungen. Aber nicht, dass sie mich falsch verstehen. Ich freue mich ganz und gar nicht über die aktuelle Krise. Wir wollen wirklich nicht mit dem Leid unserer Nutzer Geld verdienen.
Wie sieht denn das Geschäftsmodell von BigPoint aus?
Als erstes sind wir der wohl größte deutsche Anbieter für browserbasierte Online-Games. Alle Spiele sind kostenlos. Für einen kleinen Betrag können sich die Spieler jedoch keine Vorteile kaufen, die man sich aber auch mit einem gewissen Mehraufwand erspielen könnte.  
Wie teuer ist einer dieser kleinen Vorteile?
Das geht los mit ein paar Cent. Die meisten Features Kosten aber zwischen zwei und fünf Euro.
Wie viel geben die Nutzer pro Monat denn durchschnittlich aus?
Das verraten wir nicht. Die Leute geben bei uns aber mehr Geld aus, als bei World of Warcraft.
Wer spielt bei Ihnen? Hauptsächlich Männer oder haben Sie auch schon einen hohen Frauenanteil?
Bei uns sind die Männer in der Überzahl. Das hängt aber auch klar mit unserem Spiele-Angebot zusammen. Wenn wir den Frauenanteil steigern wollten, müssten wir jedoch andere Games entwickeln.  
Sind die Geschlechter-Unterscheide so groß?
Ja. Die sind riesig. Männer denken in Hierarchien und Frauen in Netzwerken. Dementsprechend bevorzugen beide Gruppen völlig unterschiedlich Games.
Warum hat NBC Universal so viel Geld für eine hamburger Spiele-Schmiede ausgegeben?
Das US-Medienhaus reagiert damit sehr weitsichtig auf einen immer größer werden Markt. Browserbasierte Online-Games werden immer beliebter und sind schon heute eine perfekte Ergänzung der Verwertungskette, die ja vor allem für TV-Anstalten enorm wichtig ist.

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