„Time“: Das sind die 25 besten Blogs

Die „Time“-Redaktion hat getagt und eine Liste der 25 besten US-Blogs zusammengestellt. Gewinner ist das in Deutschland weitgehend unbekannte Polit-Blog Talkingpointsmemo. Platz zwei belegt die Huffington Post. Vor allem die Wahl der meist überschätzten Blogs wird für Diskussionen sorgen. So führt TechCrunch die Flop-Fünf an, gefolgt von Perez Hilton. Das Ranking zeigt: Die Zeit der weichen Themen ist vorbei. Die USA und ihre Blogs sind politisch geworden. MEEDIA stellt die Tops und Flops vor.

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Top-Fünf

1. Talkingpointsmemo.com
Politischer und investigativer Journalismus. Josh Marshall war mit allen Nachrichten-Organisationen, ob Agenturen oder Redaktionen, schon immer unzufrieden. Also baute er eine eigene auf – und zwar mit Hilfe seiner Leser. Sein Blog Talkingpointsmemo.com ist Zeitung, Recherche-Zentrum und Kommunikationsplattform in einem. Seine Enthüllungsgeschichten entwickelt und recherchiert Marshall zusammen mit seinen Lesern. Seine Erkenntnis: Es gibt immer mindestens einen Leser, der in einem bestimmten Fall mehr weiß, als er selbst. Man muss nur zuhören.

Im vergangenen Februar gewann Marshal, als erster Blogger überhaupt, den angesehenen US-Journalistenpreis George Polk Award.

2. The Huffington Post
Der Liebling des deutschen Feuilletons. Mit ihrem Blog gelang Gründerin Arianna Huffington ein großes Kunststück: Sie baute eine Autorenplattform auf, die einen lebendigen Mix aus Kommentaren, Hintergrundberichten und echten Scoops bietet. Obwohl die Storys immer von renommierten Autoren geschrieben sind, bleibt die Plattform der Star. Das Geschäftsmodell der Seite funktioniert nur deshalb, weil die meisten Gastautoren auf ein Honorar verzichten.

3. Lifehacker
Die Unterzeile sagt, worum es in dem Blog geht: „Tipps & Downloads for getting things done“. Heißt: Das Blog erklärt, wie man aus Dingen mehr herausholt. Das kann ein Handy sein, dessen Betriebssystem noch nicht ausgereizt ist, aber auch Kaffeemaschinen, mit denen man besseren oder mehr Kaffee brühen kann. „Time“ glaubt, dass Lifehacker mit diesem Konzept die perfekte Seite für die Rezession ist. Die Leute müssen sparen und dieses Blog hilft ihnen dabei.
4. Metafilter
Metafilter ist wohl das erfolgreichste Community-Weblog der USA. Auf der Seite kann jeder einen interessanten Link posten. Die Community diskutiert dann in den Kommentaren über die Relevanz. Die Verweise können auf neue Erkenntnisse in der Chaos-Theorie hinweisen, auf neue CDs oder eine detaillierte Geschichte des Minigolfs. Es geht also um Pop-Kultur und sinnloses Wissen. Perfekt für kurze Arbeitspausen.

5. The Daily Dish
Für „Time“ ist Polit-Blogger Andrew Sullivan ein Gegenentwurf zur liberalen Huffingtonpost. In Regierungsfragen vertritt Sullivan meistens einen konservativen Standpunkt. Er ist tritt beispielsweise für Folter als Verhörmethode im Kampf gegen den Terror ein und steht oft argumentativ auf der Seite des militärischen Komplexes. Trotzdem ist Sullivan kein dumpfer Konservativer. So bezieht er offen Stellung für eine Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe.

Flop Fünf
1. TechCrunch
Mit dem Tech-Blog von Michael Arrington geht „Time“ hart ins Gericht. In der Begründung, warum TechCruch das am meisten überschätzte US-Blog sei, heißt es: „TechCrunch ist eines der populärsten Blogs der Welt, das über die Mover und Shaker des Silicon Valleys berichtet. Aber ein Blick ins Valley zeigt: Nothing’s moving. Nothing’s shaking.“ Bis vor kurzem hatte Michael Arrington noch den Traum, seine Seite für viel Geld zu verkaufen. In der aktuellen Zeit fehlt allerdings ein potenter Käufer. Obwohl müde und ausgebrannt, muss der ehemalige Anwalt nun weiter schreiben.

2. Gawker
Das Gossip-Blog von Nick Denton trägt seit Jahren kleine Klatsch-Gemeinheiten über die New Yoker Medien- und Wall Street-Köpfe zusammen. In Zeiten der Wirtschaftskrise interessieren sich immer weniger Menschen für diese Berichte. Die Gawker-News werden nach „Time“-Meinung in Krisenzeiten einfach irrelevanter.

3. The Street
„Time“ bezeichnet Blogger Jim Cramer als „lautesten Cheerleader“ der Wall Street. Seine beiden Angebote The Street und das kostenpflichtige Real Money gehören zu den großen Verlierern der Finanzkrise. Das Interesse für Aktientipps ist einfach auf einem Tiefstpunkt.

4. Perez Hilton
Das Celebrity-Blog von Mario Lavandeira ist noch immer ein echter Traffic-Magnet. Doch mittlerweile liefert TMZ.com die besseren und aktuellern Gossip-News. „Time“ meint, Perez Hilton bringt nur noch Promi-Nachrichten von gestern.

5. Daily Kos
Die Zeit von Markos Moulitsas alias „Kos“ ist nach „Time“-Meinung vorbei. Die Zeit, als Moulitsas 2002 sein Blog startet, beschreibt er mit „dark days when an oppressive and war-crazed administration suppressed all dissent as unpatriotic and treasonous.“ Doch jetzt ist Bush weg und „Kos“ fehlt ein neues Thema.

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