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Premiere-Bilanz: Das befürchtete Debakel

Unfreiwilliges Drama beim Münchner Bezahlfernsehsender Premiere: Der MDax-Konzern legte heute vor Handelseröffnung in Frankfurt deutlich schwächer als erwartete Geschäftsdaten vor. Sowohl das vierte Quartal als auch das Gesamtjahr 2008 enttäuschten Analysten und Aktionäre schwer: Im vergangenen Jahr verfünffachten sich die Verluste, während die Zahl der Abonnenten zurückging. Erst im Jahr 2011 will der TV-Konzern wieder in die schwarzen Zahlen zurückkehren. Die Aktie bricht zweistellig ein.

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In der blumigen Sprache der Fußball-Bundesliga nennt man so was wohl eine Klatsche: In allen Belangen hat der Münchner Bezahlsender Premiere seine Aktionäre und Analysten bei der Vorlage der Geschäftsdaten für das abgelaufene vierte Quartal als auch für das Gesamtjahr 2008 enttäuscht.

Nach einem operativen Minus von 51,6 Millionen Euro im Gesamtjahr 2007 fiel 2008 der happige Verlust von 269 Millionen Euro an – das Minus hat sich damit im abgelaufenen Zwölfmonatszeitraum mehr als verfünffacht! Vom Nachrichtendienst Reuters befragte Analysten hatten zuvor im Schnitt lediglich mit einem Minus von 239 Millionen Euro gerechnet. Der Umsatz legte unterdessen moderat von 937 auf 941 Millionen Euro zu.

Viertes Quartal:  Ebenfalls deutlich im Minus

Auch im vierten Quartal enttäuschte Premiere die Analysten: Nachdem beim MDax-Konzern zwischen Oktober und Dezember 2007 noch ein operatives Plus von 13,5 Millionen Euro angefallen war, rutschte der Pay-TV-Sender im Vergleichszeitraum 2008 nun schwer mit 44,5 Millionen Euro in die roten Zahlen (Ebitda).

Die Erlöse brachen unterdessen von 261 Millionen im Vorjahreszeitraum auf nunmehr 236 Millionen Euro ein. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten sich unterdessen mehr erhofft – nämlich im Schnitt nur einen Ebitda-Verlust von 40 Millionen Euro bei Umsätzen von 257 Millionen Euro.

Analystenerwartungen deutlich verfehlt

Das Ergebnis nach Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im vierten Quartal fiel dann jedoch mit 114 Millionen Euro noch mal um einiges schlechter aus. Maßgeblichen Anteil hat daran die Anfang Dezember verkaufte Mehrheitsbeteiligung an der Home of Hardware GmbH & Co. KG.

Obwohl Premieres Probleme der Börse seit Längerem bekannt sind, reagierten Aktionäre genervt und schickten die angeschlagene Premiere-Aktie zweistellig nach unten – ein Minus von 11 Prozent auf 2,45 Euro. 

Der MDax-Konzern musste eingestehen, im abgelaufenen Geschäftsjahr Kunden verloren zu haben: So wurden Dezember 2008 nur noch 2,399 Millionen zahlungspflichtige Premiere-Mitglieder gezählt – rund 150.000 weniger als noch Ende 2007. 
Rückkehr in die schwarzen Zahlen erst in 2011 avisiert

Um profitabel arbeiten zu können, benötige das Unternehmen 3 bis 3,4 Millionen Kunden, hatte Premiere einst mitgeteilt. Neuen Schwung erhofft sich das Unternehmen von den Bundesliga-Rechten, die sich Premiere erst im November langfristig – nämlich bis zur Spielzeit 2012/2013 sichern konnte.

Trotzdem stellte Vorstandschef Mark Williams die Aktionäre im laufenden und nächsten Geschäftsjahr auf weitere Ebitda-Verluste ein. Erst 2011 wird wohl die Rückkehr in die schwarze Zahlen geschafft werden, stellte Williams in Aussicht.

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