Was Medien vom Kindle 2 halten

Jetzt ist raus, was der neue Kindle von Amazon kann, und die Tech-Gemeinde reibt sich verwundert die Augen: War's das schon? Er ist nicht mehr ganz so hässlich, er ist dünner, hat einen besseren Akku, einen besseren Bildschirm, er kann vorlesen und Kindles können sich untereinander synchronisieren. Was Amazon-Boss Jeff Bezos vorstellte, war Evolution statt Revolution und die wichtigste Frage bleibt unbeantwortet: Wann kommt der Kindle nach Europa? MEEDIA fasst Medien-Stimmen zum Kindle 2 zusammen.

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Der Vergleich mit Apple war bei den Kritikern allgegenwärtig. „Er sieht aus wie ein Apple-Gerät, auf gute Art“, schreibt zum Beispiel Peter Kafka vom „Wall Street Journal“-Tech-Blog „All Things D“. stern.de schreibt vom „iPod für Leseratten“ und verweist auf die bekannte Schwachstelle in der Kindle-Kommunikation: Amazon gibt nach wie vor keine Verkaufszahlen bekannt, behauptet nur immer wieder, dass sich das Gerät ganz toll verkaufe. Die Medien glauben es und beschreiben den Kindle einhellig als Erfolgsstory. Warum Amazon die tollen Verkaufszahlen unter Verschluss hält, interessiert offenbar niemanden wirklich.

Freundliche Worte für den Kindle 2 findet auch das große US-Tech-Blog Engadget: „Wir haben mit dem Ding nur für kurze Momente herumspielen können, aber es fühlt sich echt toll an in der Hand.“ Gelobt werden das gebürstete Metall auf der Rückseite, die Leichgewichtigkeit und die neue Tastatur. Statt dem neuen Mini-Joystick zum navigieren, hätten sich die Engadget-Leute ein Pad gewünscht, wie bei einem Laptop.

„Spiegel Online“ gefällt der Kindle 2 auch. Aber: „Äußere Schönheit, das weiß ein jeder, nützt nichts, wenn nicht auch die inneren Werte stimmen. Und da hat das Kindle 2 gegenüber seinem Vorgänger ordentlich zugelegt.“ Besonders gelobt wird von „Spiegel Online“, dass der neue Kindle Seiten 20 Prozent schneller umblättern kann als der alte.

Heise.de freut sich, dass die alten Kanten Vergangenheit sind und der neue E-Book-Reader „runde Ecken und runde Knöpfe“ spendiert bekam. Das „Wall Street Journal“ meint, Amazon habe den Kindle zwar verbessert aber nicht revolutioniert. Die Redakteure vom „WSJ“ vermissen zum Beispiel einen Farbbildschirm. Dass der neue, leicht verbesserte Kindle mit 359 Dollar genauso viel kostet wie der alte, sorgt ebenfalls nicht für Begeisterungsstürme. Außerdem verweist das „WSJ“ auf mögliche Rechte-Probleme mit der neuen Vorlese-Funktion des Kindle 2. Amazon habe nicht die Audio-Rechte an den Büchern.

Die „New York Times“ ist skeptisch, ob Amazon mit dem Kindle 2 gegen Google bestehen kann. Die Ankündigung von Google, bald E-Books für mobile Geräte wie das iPhone zu verkaufen, hält die „New York Times“ für die größte Herausforderung für den Kindle, der auf ein eigenständiges E-Book-Format setzt.

Das „Handelsblatt“ erkennt zwar an, dass Amazon mit dem Kindle 2 die „gröbsten Schwachstellen“ des Vorgängers beseitigt habe, kritisiert aber, das Gerät sei immer noch zu teuer und bleibe darum ein Nischenprodukt. TechCrunch fasst die Meinungslage zum Kindle 2 ganz gut zusammen: „Alles in allem ist der neue Kindle ein bescheidener Schritt vorwärts. Das Design und die Funktionalitäten wurden nicht zu radikal verändert, aber das Gerät wurde in in vielen Belangen stufenweise verbessert.“

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