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„Viva Magazin“ will Girlie-Markt erobern

TV goes Print: Der sonst eher für Sammelbildchen bekannte Panini Verlag startet in Kooperation mit dem Fernsehsender Viva eine neue Jugendzeitschrift. Das „Viva Magazin“ will mit einem Themenmix aus Star-, Beauty-, Mode-News und Berichten aus dem Viva-Backstage-Bereich die weibliche Zielgruppe begeistern. Die Startauflage von 300.000 Exemplare zeugt von großem Selbstbewusstsein. Mehr Hefte verkauft in diesem Segment in Deutschland derzeit nur die „Bravo“.

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Man hat sich viel vorgenommen in Stuttgart. Mit einem neuen Lifestyle-Magazin für Mädchen will der Panini Verlag ganz oben mitmischen. Einmal im Monat liegt ab sofort das „Viva Magazin“ zum Preis von zwei Euro am Kiosk. Startauflage: 300.000 Exemplare. „Mit dem Viva Magazin schließen wir die Lücke im Zeitschriftenmarkt zwischen den klassischen Starmagazinen, den jungen People-Titeln und den Pocket-Frauenmagazinen“, so Daniela Seufert, Marketing Director bei der Panini Verlags GmbH.

Dabei sind die großen Zeiten der Mädchenzeitschriften eigentlich längst vorbei. Ende der 90er Jahre verkauften „Bravo Girl!“ oder „Mädchen“ jeweils weit über 500.00 Exemplare. Heute wandern grade einmal 164.596 („Bravo Girl!“/4.Quartal 08) bzw. 133.722 („Mädchen“) Hefte über die Ladentheke. Schuld an den drastischen Auflagenrückgängen ist das Internet. In Zeiten von YouTube, ICQ, SchülerVZ und einer schier unüberschaubaren Zahl von Starmags und Frauenportalen sind heute Star- und Beauty-News an jeder Ecke zu bekommen.

Um dem Trend etwas entgegenzusetzen, will das „Viva Magazin“ mit Hochglanz punkten –  und zeigt sich mit gelacktem Titel. Im Heftinneren geht es dann weniger edel zu: Kunterbunt und manchmal etwas unübersichtlich präsentieren sich die Stars und Sternchen mit ihren üblichen Figur-, Fashion- oder Beziehungsproblemen. Immer wieder lustig: das Style-Duell (Agyness Deyn vs. Daisy Lowe) und die Mode-Pannen der It-Girls. Altbacken und langweilig sind hingegen Features über P!nk („das Rotzigste, was das Showgeschäft zu bieten hat“), Britney („die unverstandene Rebellin“) und Amy („noch ist Zeit für eine zweite Chance“). Diese aufgewärmten Storys dürften wohl keinen Teenager vom Hocker reißen.

Auch ein bisschen „Dr. Sommer“ darf im Heft nicht fehlen („Hilfe, mein Freund schaut Pornos“) und mittendrin immer wieder die Viva-Nervensägen Collien, Gülcan, Johanna & Co. Sie zeigen, wie es hinter den Kulissen des Senders zugeht und verraten, wie ihr Traumtyp aussehen sollte. Wirklich neu ist das aber leider alles nicht.

Wesentlich spannender und besser gestaltet wirken hingegen die Fashion-Seiten. Sowohl die „Must haves“ als auch die Modestrecke erinnern denn auch an die absolut stilsichere, aber leider eingestellte „Elle Girl“.

Das „Viva Magazin“ möchte  jungen Mädchen das Rundum-Komplett-Paket bieten: Ein bisschen Frauenmagazin, ein wenig Lifestyle und ziemlich viel Promi-Tratsch, gut verpackt in einer ansprechenden Aufmachung. Das ist nicht wirklich revolutionär, könnte aber durchaus funktionieren. Ob damit etablierten Blättern wirklich Konkurrenz gemacht werden kann und die Marke „Viva“ viele Leserinnen zieht, bleibt dennoch abzuwarten.

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