DLD: Hubert Burdas Plädoyer für Print

Michael Arrington war "snobby" wie immer. Nur das Drumherum hat sich verändert. Der TechCrunch-Gründer sagte wie schon so oft: Print hat keine Zukunft, „Print has to go away“. Noch vor einem Jahr hätte wohl niemand widersprochen. Nicht so am 26. Januar 2009 beim „Digital Life Design“ von Hubert Burda Media in München. Ausgerechnet der Gastgeber griff zum Mikro und donnert Arrington entgegen: „You get lousy Pennies on the Web!“ Damit brachte Hubert Burda die allgemeine Stimmungslage auf den Punkt.

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Michael Arrington war „snobby“ wie immer. Nur das Drumherum hat sich verändert. Der TechCrunch-Gründer sagte wie schon so oft: Print hat keine Zukunft, „Print has to go away“. Noch vor einem Jahr hätte wohl niemand widersprochen. Nicht so am 26. Januar 2009 beim „Digital Life Design“ von Hubert Burda Media in München. Ausgerechnet der Gastgeber griff zum Mikro und donnert Arrington entgegen: „You get lousy Pennies on the Web!“ Damit brachte Hubert Burda die allgemeine Stimmungslage auf den Punkt.

Das Interesse am Internet-Business ist beim „DLD“ ungebrochen, doch kaum einer verspürt große Neigung zu übergroßer Web-Euphorie wie in den letzten Jahren. Hubert Burda verwies auf das Portal HolidayCheck, das die Nachrichtensite Focus Online mitfinanziere. Die Frustration, dass bei megaerfolgreichen Startups wie Facebook oder YouTube trotz mehr als 100 Millionen Unique Visitors die Vermarktung nur schleppend läuft, war allenthalben zu spüren. Print mag schwach sein und vielleicht irgendwann auch tot: Aber Print hat ein bewährtes Geschäftsmodell, das viele im Internet noch suchen.

Nicht jeder, der beim „DLD“ auf dem Podium sitzt, lässt diese Zerrissenheit der Branche an sich heran. So treffen hier Poser auf Realos. Randi Zuckerberg, Schwester von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, und beim Netzwerk fürs Marketing zuständig, gehört zur ersten Fraktion. Sie erwartet, dass bald die erste Facebook-Partei gegründet wird, und das sei doch „fantastic“.  Fragen aus dem Publikum nach fehlendem Datenschutz oder danach, ob eine solche Partei nicht Besitztum von Facebook wäre, stoßen bei ihr auf Unverständnis. Eine Antwort bleibt sie schuldig.

Randi war bei „Internet Politics“ zunächst nicht als Speaker gesetzt. Sie sprang für Arianna Huffington ein, die am Dienstag gleich bei zwei Podiumsdiskussionen fehlte. Dabei hätte sie eine wirkliche Erfolgsgeschichte präsentieren können, legte ihr Polit-Blog doch durch die US-Wahl beflügelt im Dezember um 244 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zu. Die „Huffington Post“ erreicht inzwischen 6,3 Millionen Unique Visitors, gut eine Million mehr als etwa Spiegel Online.

Natürlich hat der Obama-Wahlkampf dem Segment Social Media einen ungeheuren Schub gegeben. Doch an der fehlenden Monetarisierungs-Strategie ändert dies nichts. Für Business Angel Stephan Glänzer (Last.FM) ist dies aber nur eine Frage der Zeit: „Das Geld folgt den Augen.“ Die Frage ist, wie lange das dauert und wer sich den Luxus leisten kann, darauf zu warten. „Wer heute kein klares Revenue-Modell hat“, hält ein Teilnehmer im Foyer dagegen, „der wird die nächsten zwei Jahre nicht überleben.“ Dies ist auch den Investoren nicht verborgen geblieben. In den nächsten Monaten, so ein Investment-Banker, „wird es die Gelegenheit zu einigen spannenden Deals geben“. Einer, der mit Web-Deals schon ein Vermögen gemacht hat, hat auch schon einen guten Vorsatz für das junge Jahr gefasst: „Noch billiger kaufen, noch teurer verkaufen.“

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