Yahoo: Gute Zahlen, schlechter Ausblick

Kleine Überraschung aus Sunnyvale: Yahoo konnte für das abgelaufene Quartal Ergebnisse vorlegen, die besser ausfielen als erwartet. Das schlingernde Internetportal verbuchte zwar operativ einen Verlust, konnte jedoch vor Sonderposten den Gewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum steigern und gleichfalls die Wall Street-Analysten schlagen. Die positive Note verdarb jedoch der Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr, in dem sich die Umsätze deutlich schlechter entwickeln sollen als bislang angenommen.

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Undankbare Aufgabe für die neue Yahoo-Vorstandsvorsitzende Carol Bartz: Die 60-Jährige musste nach Handelsschluss an der Wall Street die Ergebnisse für das abgelaufene Quartal bekannt geben, die im Vorfeld bereits als Debakel gehandelt worden waren.

Tatsächlich: Unterm Strich weiteten sich die Verluste beim Onlinepionier aus. Nach 206 Millionen im vergangenen Jahr musste das Internetportal nunmehr ein operatives Minus von 303 Millionen Dollar verkraften – in erster Linie für Sonderaufwendungen wie die Aufwendungen für die jüngst verkündeten Massenentlassungen.

Carol Bartz: Kann mehr Gewinn verkünden

Vor diesen Einmaleffekten verdiente Yahoo tatsächlich 184 Millionen Dollar oder 17 Cent je Aktie. Vor einem Jahr waren es noch 15 Cents. Analysten hatten gar nur mit 13 Cents je Anteilsschein gerechnet.  Die Umsätze beliefen sich auf 1,8 Milliarden Dollar – ein leichtes Minus gegenüber 1,83 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum.

Ausblick enttäuscht, Aktie legt trotzdem zu

Der aufkeimende Optimismus wurde jedoch gleich wieder bei Bekanntgabe des Ausblicks auf das laufende Geschäftsjahr zunichte gemacht. Yahoo erwartet im laufenden ersten Quartal nämlich einen Umsatzrückgang von bis zu 10 Prozent auf nunmehr 1,53 Milliarden bis zu 1,72 Milliarden Dollar.  Die Wall Street-Schätzungen hatten bei jedoch bei 1,75 Milliarden gelegen.

Trotzdem verziehen Börsianer Yahoo den erneuten Fehltritt. „Das war nicht so schlimm wie erwartet“, kommentierte  Martin Pyykkonen, Analyst bei Wunderlich Securities Inc. in Denver, die Zahlen gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. „Besser war es nicht – aber vielleicht heißt das, dass sie nicht ausbluten.“

Anleger unterstützten diese Einschätzung im nachbörslichen Handel und schickten die leckgeschlagene Yahoo-Aktie um 5 Prozent nach oben – auf nunmehr knapp 12 Dollar.

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