Einstweilige Verfügung gegen DocInsider

Klagen bis der Arzt kommt: Die Münchner Ärzte-Bewertungsplattform Jameda hat gegen seinen Hamburger Wettbewerber DocInsider eine Einstweilige Verfügung erwirkt. Die Focus-Tochter verlangt darin von ihrem Rivalen, dass er einen Großteil seiner über 100.000 Bewertungen von der Plattform nimmt. DocInsider-Geschäftsführer Ingo Horak kommentierte den Gerichtsbeschluss gegenüber MEEDIA: „Focus versucht uns mit juristischen Mitteln zum Schweigen zu bringen.“

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Anstoß der juristischen Auseinandersetzung ist eine umstrittene Funktion von DocInsider, über die Nutzer mit nur einem Klick einen Arzt bewerten konnten. Jameda argumentiert, dass sich viele User möglicherweise gar nicht darüber im Klaren waren, dass sie schon so schnell einen Doktor bewerteten.

„Wir gehen davon aus, dass mindestens 60.000 Bewertungen, die DocInsider für sich in Anspruch nimmt, auf dieser irreführenden Funktion basieren und dass der weitaus überwiegende Teil davon unbewusst oder irrtümlich abgegeben wurde“, sagt Jameda-Geschäftsführer Markus Reif. „Uns geht es um einen fairen Konkurrenzkampf zwischen Bewertungsportalen, der nicht dadurch beeinträchtigt werden darf, dass sich ein Wettbewerber mit einer riesigen Zahl von Scheinbewertungen einen Vorsprung verschafft.“

DocInsider verfügt aktuell – nach eigenen Angaben – über mehr als 100.000 Bewertungen. Jameda macht zu der Anzahl seiner Rezensionen keine Angaben. Branchen-Insider schätzen die Zahl allerdings auf 10.000 bis 20.000. An der Jameda GmbH ist zu 70 Prozent die Tomorrow Focus AG und der Focus Magazin Verlag beteiligt.

Sollte DocInsider.de sich der einstweiligen Verfügung wiedersetzen, droht dem Start-up ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro oder dem Geschäftsführer Ingo Horak eine Ordnungshaft von bis zu sechs Monaten. Eine Reaktion von DocInsider zu dem Gerichtsbeschluss steht noch aus.

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