Die inoffiziellen DLD-Trends 2009

Der DLD-Kongress (Digital, Life, Design) in München ist nach drei voll gepackten Tagen zu Ende. Überraschungsgast Mark Zuckerberg präsentierte sich in Hochform, „TechCruncher“ Michael Arrington holte sich den inoffiziellen Titel als Mr. Arroganz. Der iPhone-App-Vergleich hat sich als Volkssport etabliert. Und wer als Gründer etwas auf sich hält, hat den schwarzen Kaschmir-Pulli stets zur Hand. MEEDIA zieht DLD-Bilanz mit den Ins und Outs der Web-Society.

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In: Location und Organisation. Campus-Atmosphäre mitten in der Münchner Innenstadt. Das HVB-Forum ist für den DLD-Kongress ideal. Die diesmal restriktivere Akkreditierungspolitik schonte nicht nur den Geldbeutel des Veranstalters und der Sponsoren, sondern auch die Nerven der Anwesenden. Man konnte ohne Geschiebe flanieren.

Out: Web-Oberflächlichkeit. US-Boys nervten mit allzu penetrant vorgetragener Selbstvermarktung inklusive Dauergrinsen. Unsitte: Während eines Gesprächs den Raum mit einem Auge nach potenziell wichtigeren Gesprächspartner scannen.

In: Apple überall. Der DLD hatte vermutlich die höchste Dichte an High-End Apple-Notebooks und iPhones in Deutschland. Das gegenseitige Zeigen von iPhone Apps etabliert sich zum neuen Volkssport.

Out: Der iPhone-Akku, der bei exzessiven App-Vergleich nicht einmal einen langen Kongresstag durchhielt. Manch ein Schlipsträger konnte triumphieren: Ätsch mein Blackberry kann aber länger.

In: Smart Casual, ganz wie es gefällt. Die Web-Mode ’09: Anything goes, aber bitte mit Stil. Founder Oliver Samwer war die Stil-Ikone des DLD – dunkle Edel-Jeans, weißes Hemd, schwarzer Kaschmirpulli. Wer Schlips tragen möchte, darf auch das. Die Zeiten eines Anti-Krawatten-Diktats á la Thomas Middelhoff sind vorbei.

In: Überraschungsgast Mark Zuckerberg und sein Facebook. „Zuck“ präsentierte sich eloquent und seriös. Ohne Badelatschen (Außentemperatur!), dafür mit Davos-tauglichem schwarzen Outdoor-Pulli. Sein Interview mit David Kirkpatrick von „Fortune“ sorgte für das heftigste Twitter-Gezwitscher der Veranstaltung.

Out: StudiVZ. Holtzbrincks teurer Community-Einkauf kam in den Gesprächen nicht gut weg. Die Dreiteilung in drei VZs (StudiVZ, SchülerVZ, MeinVZ) wird als Nachteil gesehen. Wer-kennt-Wenn ist als Generationen übergreifende Community das neue Smalltalk-Darling. International gibt Facebook den Ton an. Tenor in vielen Gesprächen: VZs verkaufen, so lange es noch was dafür gibt.

In: Giveaways. Zauberwürfel, das Buch „Der Schwarze Schwan“ von Panel-Teilnehmer Nassim Taleb, die begehrte DLD-Tasche und Jeff Jarvis brandaktuelles Buch „What would Google do?“. Am Ende war alles restlos leergeräumt.

Out: „TechCrunch“-Mastermind Michael „Arroganz“ Arrington präsentierte sich unzugänglich und ausgebrannt. Der Herr der Augenringe war in den „New Realities“ noch nicht angekommen und wurde wegen seiner printfeindlichen Statements von Meta-Verleger Hubert Burda persönlich in seine Schranken gewiesen („Michael, you earn lousy pennies on the web!“). Ein Teilnehmer ging dann aber zu weit und bespuckte Arrington sogar. Der nahm den Zwischenfall zum Anlass für eine Auszeit.

In: Raus aus der Tretmühle 2.0. Stephan Uhrenbacher (Qype) und Lars Hinrichs (Xing) haben ihre Firmen in die Hände von externen Managern gegeben und wollen Kraft tanken für Neues. Dabei geht es auch gerne eine Nummer kleiner: Zum Beispiel junge Talente fördern, die coole iPhone-Apps programmieren.

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