TV-Rechte: ARD setzt IOC unter Druck

Die ARD will bei der geplanten Vergabe von Einzellizenzen durch das Internationale Olympische Komitee nicht mitmachen. Die Begründung: Kein Privatsender würde alle Sportarten übertragen, sondern sich auf die Highlights konzentrieren. Zuletzt bot die European Broadcasting Union als Dachverband der öffentlich-rechtlichen Sender in Europa acht Prozent mehr. Das IOC lehnte ab. Falls ARD und ZDF beim Bieterwettstreit unterliegen, könnten die Berichterstattung über die weniger beliebten Sportarten zum Opfer fallen.

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„Das IOC übersieht, dass wir als ARD zusammen mit dem ZDF kontinuierlich – auch zwischen den Sommer- und Winterspielen – über olympische Sportarten berichten. Sollten wir die Fernsehrechte an den Spielen 2014 und 2016 verlieren, würden wir unser Engagement zwischen den Spielen für jede Einzelsportart überprüfen“, so Herres zum „Handelsblatt“. Ein Argument, das durchaus seine Brisanz hat. Für viele Verbände sind die Einnahmen aus TV-Verträgen ein wichtiges finanzielles Standbein.

Rupert Murdoch mit guten Chancen

Grund für die Streit um die Lizenzvergabe ist die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), für die Olympischen Spiele 2014 und 2016 keinen Rahmenvertrag über die Berichterstattung mit der European Broadcasting Union (EBU) abzuschließen. Die EBU fungiert als Dachverband aller öffentlich-rechtlichen Sender in Europa. Jetzt sollen die Rechte für jedes Land einzeln mit den jeweils interessierten Sendern verhandelt werden. Dadurch verspricht sich das IOC höhere Einnahmen.

Zuletzt bot die EBU für die Spiele 2014 und 2016 acht Prozent mehr geboten. Das IOC wies das Angebot als zu gering zurück. Herres droht mit einem Boykott der Berichterstattung. Ein wichtiger Mitspieler auf europäischem Boden könnte nun Medienmogul Rupert Murdoch sein. Sein Unternehmen News Corp. sicherte sich in Italien bereits die Übertragungsrechte für die Olympischen Spiele 2014 und 2016.

Herres droht mit Boykott

Dann müssen die Italiener bezahlen, um über den Bezahlsender Sky Italia die Spiele zu verfolgen. Eine Kooperation mit dem deutschen Bezahlsender Premiere lehnt Herres jedoch ab. „Im Gegensatz zu uns würden sich die Privaten nur auf die Höhepunkte konzentrieren. Das weiß hoffentlich das IOC“, teilte Herres dem „Handelsblatt“ mit.

Sollte das IOC überzogene Forderungen stellen, droht Herres mit einem Boykott: „Auf Seiten des Internationalen Olympischen Komitees gibt es Vorstellungen über den wirtschaftlichen Wert der Fernsehrechte, die völlig überzogen sind“, meint der ARD-Programmdirektor.

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