G+J: Kampf um Abfindungen geht weiter

Zwischen dem Betriebsrat und dem Konzernpersonalchef bei Gruner + Jahr herrscht weiterhin Zwist. Grund: Die Abfindungsregelungen für rund 110 Journalisten, denen G+J zum Monatsende kündigen will. Konzernbetriebsrat Uwe Berghausen reagierte nun auf die Stellungnahme von Konzernpersonalchef Günter Maschke. Der jetzt unterbreitete Vorschlag widerspreche dem 12 Monate vorher getroffenen Sozialplanvereinbarungen, die Ausgangsbedingungen seien derzeit ganz andere.

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Damals hätten die betroffenen Mitarbeiter nicht nur ein Angebot für einen Arbeitsplatz in Hamburg und die „freie Wahl zwischen Weiterbeschäftigung und Verlassen des Unternehmens“ erhalten, zitiert „W&V“ Berghausen, es hätten auch die Bedingungen für einen Betriebsübergang gegolten. Dies sei beim derzeitigen Umbau der Wirtschaftspresse hingegen nicht gegeben. „Zunächst wird jedem Einzelnen gekündigt. Vertragsangebote erhält bislang nur eine schwindende Minderheit der Kollegen“, so der Betriebsratschef weiter. Zudem seien die Konditionen bei der neuen „tariffreien Gesellschaft“ substanziell schlechter als im Hamburger Stammhaus.

In einer internen Mail hatte der Konzernpersonalchef von Gruner + Jahr die Kritik der Betriebsräte an den vom Unternehmen angebotenen Abfindungen zurückgewiesen. Diese hatten dem Management vorgeworfen, ein „unzureichendes Angebot“ für die Mitarbeiter der Wirtschaftspresse vorgelegt zu haben. Maschke erklärte dazu, dass der Betriebsrat die jetzt gebotenen Abfindungssätze noch vor wenigen Monaten beim Umzug der Verwaltungseinheit der Wirtschaftstitel nach Hamburg akzeptiert hätte.

Statt des von G+J maximal in Aussicht gestellten Satzes von 90 Prozent eines Monatsgehalts pro Beschäftigungsjahr verlangen die Betriebsräte das bis Ende November 2008 geltende „Einheitsangebot“, das deutlich höhere Zahlungen bedeuten würde. „Wir sind nicht bereit, uns mit Verweis auf die Wirtschaftskrise unterhalb dieses Niveaus abspeisen zu lassen“, hieß es in einer Resolution der Kölner Redaktion von „Capital“ und „Impulse“.

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