„Zeitungszeugen“ provozieren weiter

Trotz der juristischen Probleme mit dem bayerischen Staat ist das Sammelwerk "Zeitungszeugen" am Donnerstag wie geplant mit Ausgabe 2 erschienen - mitsamt eines Nachdrucks des "Völkischen Beobachters". Das Projekt, dass Zeitungen aus der Nazizeit nachdruckt und von Historikern einordnen lässt, will nicht nachgeben und sich von Bayern, das die Urheberrechte an Nazi-Publikationen hält, den Nachdruck nicht verbieten lassen.

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„Zeitungszeugen“ war am 8. Januar erstmals erschienen und sorgte umgehend für Reaktionen aus dem bayerischen Finanzministerium. Das will gerichtlich untersagen lassen, „dass im Rahmen der Zeitung ‚Zeitungszeugen‘ nationalsozialistische Zeitungen veröffentlicht werden“. Der bayerische Staat besitzt seit Kriegsende die Lizenzrechte an Nazi-Publikationen, inklusive der Zeitungen und Bücher wie „Mein Kampf“. Die Untersagung, Blätter wie „Der Angriff“ oder den „Völkischen Beobachter“ nachzudrucken, geschehe aus Respekt vor den Opfern des Holocaust, sowie als Vorbeugung vor dem Verbreiten nationalsozialistischen Gedankengutes.

In einem Interview mit zoomer.de zeigte sich „Zeitungszeugen“-Chefredakteurin Sandra Paweronschitz am Mittwoch entrüstet: „Wir geben nicht klein bei“, so die Österreicherin, und weiter: „Man argumentiert mit dem Urheberrecht von Herrn Goebbels. Das ist etwas, was man bitte diskutieren sollte. Dieses oberlehrerhafte ‚Wir erlauben jetzt, was die Deutschen lesen dürfen und was nicht‘, das kommt nicht gut an.“ Für den Fall, dass „Zeitungszeugen“ der Nachdruck der NDSAP-Schriften doch verboten wird, hätte man nach Angaben von Paweronschitz trotzdem „genügend Material, um weiterzumachen.“

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