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25 Jahre: RTL feiert sich zu Recht

Ein Satz im lesenswerten Artikel von Stefan Niggemeier über die medialen Begleiterscheinungen des RTL-„Dschungelcamps“ trifft in doppelter Hinsicht zu: „Hervorragend produziert, von Menschen, die offensichtlich Spaß an der Arbeit haben, und vielschichtig - im Gegensatz zu den Trittbrettfahrern in den anderen Medien.“ Der Autor meint die Reality-Show und die Medienberichte darüber. Die Aussage passt auch auf den Kölner Sender, der sein 25-jähriges Bestehen feierte.

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Natürlich ist RTL nicht alles gold. Schweigen wir über spezielle Formate im Nachmittagsprogramm, manche Eigenproduktion oder die Dauer der Werbeblöcke zur besten Sendezeit. In vielen Kernbereichen der TV-Information und –Unterhaltung hat RTL in zweieinhalb Jahrzehnten Entwicklungen angeschoben oder sogar Maßstäbe gesetzt und wurde dabei durchaus zum Leitmedium für die Fernsehbranche.

Mit „Anpfiff“ bewiesen die Kölner in der frühen Phase, dass aus der Fussball-Bundesliga mehr als Ecke-Tor-Beiträge herauszuholen sind. Diese Vorlage griff Premiere auf und perfektionierte die Liga-Show technisch und qualitativ. RTL machte Boxen in Deutschland zur Fernsehsportart und fand öffentlich-rechtliche Nachahmer. Mit „GZSZ“ etablierte man einen Dauer-Quotenbringer, was der ARD mit der Lindenstraße nur einmal wöchentlich gelingt.

Die Privaten, vor allem RTL, scheinen den internationalen Markt besser zu scannen und sicherten sich so zum Beispiel „Wer wird Millionär“, das von der gebührenfinanzierten Konkurrenz wiederum nur geklont werden konnte. ARD-Sendungen wie „Brisant“ hätte es ohne die privaten Vorläufer nicht gegeben. Und die ZDF-„Reporter“ liefern eine lust- und ideenlose Variation der RTL-Magazine „Spiegel TV“ und „Stern TV“. Vom Premium-Anspruch ist man dort weit entfernt.
Ob nun „Tutti Frutti“ oder „Der heiße Stuhl“: In ihrer 25-jährigen Geschichte waren sich die Kölner nie zu schade, wirklich Peinliches zu probieren. Aber auch das gehört zum Erfolgskonzept. Bei aller Vorsicht, mit der die Sender-Chefs in den letzten Jahren neue Formate einführten: Der Marktführer hat schon immer Mut zu neuen Programmen bewiesen.
Größter Garant des Programm-Erfolgs von RTL scheint dabei ein Mann zu sein, um den ARD und ZDF den Sender beneiden: Peter Kloeppel. Der vor allem bei jungen Zuschauern beliebte und erfolgreichste deutsche Nachrichten-Moderator ist auch Chefredakteur und damit für das Programm verantwortlich. Der entscheidende Unterschied: Kloeppel gibt nicht nur den Journalisten. Seine Moderationen wirken authentisch und zupackend.

Dass der Sender, trotz allem, was man kritisch anmerken kann, intakt zu sein scheint, war auch am Wochenende bei Teil zwei der Geburtstags-Gala zur Primetime spürbar. Die Stimmung war locker, man merkte den RTL-Starmoderatoren den Spaß an ihrem Job an. Und als zur Überraschung von Nachrichten-Veteran Hans Meiser lebende Pinguine auf die Bühne watschelten, spielte Kloeppel so versunken mit den Tieren, dass er die Live-Show ganz vergessen zu haben schien. Zum danach gesendeten „Dschungelcamp“ mag jeder seine eigene Meinung haben. Siehe oben. Auch dort gibt der Erfolg den Kölnern Recht. Übrigens: Unter den zehn in der werberelevanten Zielgruppe meistgesehenen Sendungen am Samstagabend konnte sich aus dem öffentlich-rechtlichen Programm nur die Tagesschau auf Platz neun platzieren. Alle andere Ränge gingen an die Privaten.

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