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Der Mann, der das Basic-Blog kaufte

Die 46.902 Euro teure Blog-Auktion war tatsächlich eine PR-Aktion. Der Mastermind hinter dem Coup ist Thomas Strohe und dessen Intergenia AG. Seit 12 Jahren betreibt das New Economy-Wunderkind einen der größten deutschen Web-Hoster. Diese Erfolgsgeschichte brachte dem 27-Jährigen in der begeisterungsfähigen rheinischen Web-Welt den Spitznamen „Bill Gates von Köln“ ein. Sein Plan für den Neustart des Basic-Blogs folgt dem Motto: Klotzen, statt Kleckern.

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Im Interview mit MEEDIA verriet Strohe bereits: „Mir fehlt die nötige Erfahrung alleine ein solches Blog mit Inhalten zu versorgen“. Deshalb will der Kölner bis zu vier Vollzeit-Redakteure einstellen und so einen Mix aus Techcrunch und Engadget“ hochziehen. „Was wir hier bei Serverloft  beisteuern können sind beste Kontakte und Quellen tief in die Gründerszene hinein. Immerhin sind ich und meine beiden Mit-Gründer schon seit 12 Jahren dabei.“

Das Schreiben und Publizieren scheint Strohe schon immer fasziniert zu haben. So sagte er vor fast neun Jahren in einem Spiegel Online-Interview: „Ich bin eigentlich aus dem Bereich Jugendpresse, vom Schreiben gekommen und bin dann durch Zufall ins Internet gerutscht. Ich würde ganz gern auf diese Journalisten-Schiene zurückkommen.“

Seine erste Firma zog Strohe bereits mit 15 Jahren hoch. Im Wohnzimmer seiner Eltern gründete er 1996 die NetFabrik GmbH. Das Abitur machte er drei Jahre später und startete zeitgleich, zusammen mit Jochen und Christoph Berger, noch die Intergenia AG. Die Aktiengesellschaft hat mittlerweile mehr als 100 Mitarbeiter und erreicht einen Jahresumsatz von über 20 Millionen Euro. In der Unternehmensdarstellung heißt es, dass man mit über zwei Millionen aktiven Websites, 30.000 Root- und vServern, einem eigenen europäischem Backbone einer der weltweiten Marktführer im dedizierten Hosting sei.

Die Aktiengesellschaft ist das unternehmerische Mutterschiff von dem aus Strohe seine restlichen Aktivitäten koordiniert. So auch im Fall BasicThinking. Als Käufer des Blogs tritt zwar Serverloft.de auf, aber diese Marke ist nur ein weiters Produkt der Intergenia. Die Blog-Auktion funktionierte Strohe geschickt zu einer PR-Aktion für seine wenig bekannte Neben-Marke um: „Nach Zahlung von läppischen 46.902,- Euro wurde jetzt das Produkt Serverloft im deutschen Markt eingeführt“, analysiert Nico Lumma. Der Experte hat Recht. Eine Anzeigen-Kampagne, die für ähnlich viel Aufmerksamkeit in der Zielgruppe fürhen würde, kostet ein Vielfaches der Auktionskosten.

Ein aufmerksamkeitsstarker Schachzug von Strohe, der allerdings stark an typische PR-Aktionen in bester New Economy-Manier der Jahre 1998 bis 2000 erinnert. Doch das scheint den kölsche Bill Gates nicht anzufechten. Der gibt sich gerne als furchtlos: „Ich habe nie Angst gehabt, mich mit den Großen anzulegen, nie eine Herausforderung gescheut, auch schon als mein Unternehmen noch sehr klein war. Darüber hinaus harte Arbeit, Kreativität und eine große Portion Glück, im richtigen Moment die richtige Idee gehabt zu haben“, sagte der Unternehmer Business-on.de.

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