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Lance Armstrong: Die Tour de Twitter

Comback 2.0: Wenn der siebenfache Tour de France-Champion Lance Armstrong am nächsten Dienstag nach dreieinhalb Jahren wieder auf der ProTour startet, blickt die Sportwelt gebannt auf den streitbaren Texaner. Twitter-User sind längst weiter: Mit gewohnter Akribie informiert der 37-Jährige nämlich seit rund drei Monaten authentisch wie nie über den Mikroblogging-Dienst über sein Comeback. Mit seinen täglichen Updates setzt Armstrong unter den Promi-Twitterern neue Maßstäbe.

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Es war ein bisschen wie in früheren Zeiten. Immer wenn sich Lance Armstrong ärgerte, war er am gefährlichsten. Diesmal kam der Ärger aus der virtuellen Welt. „Der Typ vom Schuh-Laden um die Ecke hat mehr Follower als ich“, erklärte der siebenfache Tour de France-Champion im Herbst vergangenen Jahres in Anspielung auf seine Präsenz beim Mikroblogging-Dienst Twitter.

Also wurde die Frequenz erhöht. Seit drei Monaten twittert der inzwischen 37-jährige Amerikaner, als ginge es darum, auch beim boomenden Mikoblogging-Dienst zum Meister aller Klassen aufzusteigen.  24.500 User folgen Armstrong bereits bei Twitter.

Und das mit gutem Grund: Was Armstrong nämlich bei Twitter abzieht, ist ganz großer Sport. Im Gegensatz zu manch anderem Prominenten wie etwa Britney Spears, die Twitter als Mode-Medium nutzt und sich über eine Agentur verbreitet, schreibt Armstrong nicht nur selbst – sondern auch so authentisch und sympathisch, wie man den oft verbissenen Vollblutprofi öffentlich kaum kennengelernt hat.

Ullrich 1.0 vs. Armstrong 2.0:  Alte Kräfteverhältnisse auch im Web

Wie schon auf der Rennstrecke könnte der Gegensatz zu seinem einstigen deutschen Rivalen Jan Ullrich kaum größer sein. So schwingt sich der 35-jährige Deutsche in seinen noch nicht so alten Tagen mal zu einem Jedermann-Rennen auf oder verbreitet sich – sehr 1.0 – alle paar Wochen und Monate auf seiner Homepage in gewohnt minimalistischer Weise. Das hört sich zum Geburtstag dann etwa so an:  

„Hallo Fans, ich möchte mich bei allen für die vielen Glückwünsche zu meinem Geburtstag bedanken. Ich bin schon wieder ein Jahr älter geworden. Da merke ich, wie schnell die Zeit auch ohne Radsport vergeht. Ich wollte mal wieder etwas von mir hören lassen. Dafür hat mir Eurosport 60 Sekunden „zugestanden“. Was darunter zu verstehen ist, findet ihr unter folgendem Link.“

Ehrgeiziger Twitterer: 620 Updates in drei Monaten

Armstrong übernimmt dagegen auch im Web 2.0 die Initiative und peitscht sein Twitter-Profil mit täglichen mehrfachen Updates gnadenlos in Richtung Spitze. Der Anfang verlief noch etwas geschäftig und redundant: „Just finished a speech here in Las Vegas for a company called Teradata. 3000 folks in the audience on an early vegas am. Bout to ride now“, lautete der erste Tweet am 15. Oktober, verschickt über Blackberry („TwitterBerry“).

Dann schrieb sich Armstrong warm und ließ seine Follower wissen, dass er gerade die letzte Debatte um die US-Präsidentschaft verfolgte, im Central Park bei Minustemperaturen trainierte oder mit seinen Kindern „Madagascar 2“ gesehen hat.

Schließlich entdeckte der Ex-Privatier die Multmedia-Applikationen seines Blackberrys (“ Trying to twitpic“): Die schlagartig wachsende Zahl seiner Follower las Ende November nun nicht nur vom Schnee in Nizza – sondern konnte ihn am 28. November letzten Jahres auch sehen. Seitdem sind es 84 Twitpics geworden.

Trainingslager 2.0: Schnappschüsse aus Nizza, Teneriffa  oder Hawaii

Darunter zu finden sind auch Schnappschüsse vom Blackberry, die authentischer als jede Sportfotografie von Agenturseite sehr persönliche Einblicke in das Training des mehrfachen Weltsportlers des Jahres geben – sei es aus Frankreich, beim Anstieg des Kalokos auf Hawaii oder beim Surfen mit Levi Leipheimer am Rande des Trainingslagers in Teneriffa.

Authentisch wie nie können Sportfans rund um den Erdball sein Comeback so via Twitter verfolgen. Großer Sport ist das, findet auch die Internetwelt: „Lance Armstrong twittert wie ein siebenfacher Tour-Champion“, holt Dot.com-Veteran Henry Blodget auf seinem Technologieportal „Alley Insider“ zum Ritterschlag aus.

Nach drei Monaten liegt der Texaner damit nur noch knapp 4000 Follower hinter dem bisherigen Spitzenreiter unter den twitternden Sportlern, Basketballstar Shaquille O’Neal. „Nicht schlecht für einen alten Mann“ sei er selbst unterwegs, kommentierte Armstrong seine Trainingsform wenige Tage vor dem Start „Tour Down Under„, die am Dienstag beginnt. Bei Twitter ist Lance Armstrong längst in Topform.

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