Der unheimliche Erfolg von „Landlust“

Deutschlands Großverleger und Medien-Kreative müssen eigentlich vor Frust in die Tischkante beißen. Der Landwirtschaftsverlag legt mit seinem Titel „Landlust“ bei der Auflagenauswertung für das 4. Quartal 2008 wieder einen Rekord hin. Die verkaufte Auflage von „Landlust“ legte im Vergleich zum Vorjahr um sagenhafte 71 Prozent auf 446.681 Exemplare zu. Der Einzelverkauf kletterte um 86 Prozent auf 276.574 Exemplare. Damit ist die anfangs belächelte „Landlust“ die Print-Erfolgsstory des Jahrzehnts.

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Auch im Vergleich zum Vorquartal steigt die „Landlust“-Auflage, und zwar um 18 Prozent, beziehungsweise knapp 70.000 Exemplare. Das Heft hat außerdem mittlerweile knapp über 160.000 Abonnenten. Der Anteil der Einzelverkaufs- und Aboauflage am Gesamtverkauf liegt bei sensationellen 98 Prozent. Danach würden sich alle Verlage in Deutschland die Finger schlecken.

Zum Vergleich: „Country“ aus dem Hamburger Jahreszeitenverlag kam im dritten Quartal 2008 auf eine verkaufte Auflage von 71.458, wobei über 16.000 Sonderverkäufe eingerechnet sind. Die allgemeiner positionierte „Zuhause Wohnen“, ebenfalls aus dem Jalag, kam in 3/2008 auf 163.635 verkaufte Exemplare. „Living at home“ aus dem Hause Gruner + Jahr kam im 3. Quartal 08 auf 180.800 verkaufte Exemplare. „Landlust“ spielt mittlerweile in einer eigenen Auflagen-Liga.

Im Interview mit MEEDIA bekannte „Landlust“-Chefredakteurin Ute Frieling-Huchzermeyer, anfangs selbst vom Auflagen-Erfolg ihres Magazins überrascht zu sein. Mittlerweile sagt sie: „Wir können noch sehr viele Menschen erreichen …“ Und damit hat sie offenbar Recht. Fragt sich nur, warum bisher noch kein Großverlag versucht hat, das Konzept von „Landlust“ zu kopieren und mit Marketing-Macht in den Markt zu drücken. Bei dem anhaltenden Erfolg des bodenständigen Magazins aus Münster dürften die Avancen aus großen Häusern jedenfalls zunehmen.

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