Ostrowskis Antwort auf den G+J-„Brandbrief“

Anfang der Woche hatten die Betriebsräte der Gruner + Jahr-Wirtschaftspresse schwere Vorwürfe gegen das Verlags-Management erhoben und Bertelsmann-Chef Hartmut Ostrowski aufgefordert, die geplante Fusion der G+J-Wirtschaftsmedien am Standort Hamburg zu verschieben, um eine "verlegerische Katastrophe" zu verhindern. Nun hat Ostrowski geantwortet: Er ist bereit zum Dialog, steht aber kompromisslos zum neuen G+J-Chef Bernd Buchholz und dessen Maßnahme. MEEDIA veröffentlicht den Brief im Wortlaut.

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Anfang der Woche hatten die Betriebsräte der Gruner + Jahr-Wirtschaftspresse schwere Vorwürfe gegen das Verlags-Management erhoben und Bertelsmann-Chef Hartmut Ostrowski aufgefordert, die geplante Fusion der G+J-Wirtschaftsmedien am Standort Hamburg zu verschieben, um eine „verlegerische Katastrophe“ zu verhindern. Nun hat Ostrowski geantwortet: Er ist bereit zum Dialog, steht aber kompromisslos zum neuen G+J-Chef Bernd Buchholz und dessen Maßnahme, „zu der es weiterhin keine Alternative gibt“.
Hier das Schreiben Ostrowskis in Auszügen:
„Die in Ihrem Brief geäußerten Sorgen verstehe ich als Zeichen Ihrer Verbundenheit zum Hause Gruner + Jahr. Dafür danke ich Ihnen, gerade weil Sie diese Verbundenheit auch in schwierigen Zeiten äußern.
Ich habe Ihren Brief an Herrn Dr. Buchholz weitergeleitet, der Ihnen gemeinsam mit dem verantwortlichen Management zuständigkeitshalber eine Antwort auf Ihr Schreiben geben wird.
Drei Anmerkungen will ich dennoch machen:
Sie haben sicher die jüngst getroffene Entscheidung über die Besetzung des Vorstandsvorsitzes von Gruner + Jahr zur Kenntnis genommen. Herr Dr. Buchholz ist der neue Vorstandsvorsitzende bei Gruner + Jahr, der im vergangenen Jahr als zuständiger Vorstand die von den Führungskräften innerhalb der Verlagsgruppe Wirtschaftsmedien entwickelte und von Ihnen weiterhin kritisierte Maßnahme im Aufsichtsrat zur Diskussion gestellt und alle dazu relevanten Fragen vollumfänglich beantwortet hat. Ich als Aufsichtsratsvorsitzender aber auch die Gesellschafter insgesamt unterstützen unverändert diese Maßnahme, zu der es weiterhin keine Alternative gibt.
Dass die Umsetzung einer solch tiefgreifenden Maßnahme nicht völlig reibungslos vonstatten geht, wird sich leider nicht vermeiden lassen. Als Aufsichtsratsvorsitzender erhalte ich regelmäßig Bericht vom Vorstand. Ich habe keinerlei Anlass, an der Kompetenz des gesamten Managements bei Gruner + Jahr zu zweifeln. Gruner + Jahr ist das Verlagshaus in Deutschland mit der höchsten journalistischen Reputation. Das Chefredakteursprinzip ist ein besonderes Gut. Ich kann Ihnen versichern, dass Gruner + Jahr dieses Prinzip auch bei der Redaktion Wirtschaft wahren wird.
… die Gesellschafter und auch ich persönlich haben größtes Verständnis für Ihre Sorgen und Nöte. Uns allen ist es wichtig, dass diese Sorgen angemessen berücksichtigt werden. Ich bitte Sie daher, die zwischen Ihnen und dem Gruner + Jahr-Management begonnenen Gespräche konstruktiv weiterzuführen.
Unabhängig von diesen Gesprächen stehen Herr Dr. Buchholz … und ich … Ihnen selbstverständlich für einen Dialog zur Verfügung.“

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