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Google: Null Interesse an „New York Times“

Medienmogul Rupert Murdoch hätte sie gern, Google-CEO Eric Schmidt lehnt dankend ab: Der Chef des Suchmaschinen-Giganten hat kein Interesse, mit der "New York Times" die beste Zeitung der Welt zu kaufen. Auch eine Beteiligung ist für Schmidt kein Thema. Beides sei nicht geeignet , die immensen Probleme im Zeitungs-Business zu lösen. Dabei tut es ihm um das Renommier-Blatt eher leid: "Ich wünschte, ich hätte eine brillante Idee. Aber ich habe sie nicht." Die "NYT" gilt als Übernahmekandidat.

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Ausgesprochen pessimistisch äußert sich Google-CEO Eric Schmidt im US-Wirtschaftsmagazin „Fortune“ über die Zukunft der Zeitungen. Schmidt schloss aus, dass Google einen Zeitungsverlag kaufen wird. Auch eine Beteiligung käme nicht in Frage. Schmidt: „I don’t think our purchasing a newspaper would …solve the underlying problem in the business. I wish I had a brilliant idea to save newspapers. But I don’t“. 

In den letzten Jahren war immer wieder darüber spekuliert worden, dass Google eines Tages die „New York Times“ übernehmen könnte. Allgemein geht man in US-Medienkreisen davon aus, dass die Verleger-Familie Sulzberger Amerikas bedeutendste Zeitung in den nächsten Jahren nicht wird halten können. Zu groß sind die Probleme des Verlages, der gegen die Zahlungsunfähigkeit kämpft. Die Schmidt-Äußerung wird deshalb auch als Absage an die „New York Times“ interpretiert. 
Fällt Google als Interessent aus, könnte doch noch die ganz große Stunde von Rupert Murdoch schlagen, der 2008 allerdings eher unglücklich agiert hat. Die „New York Times“ wäre für ihn die ultimative Trophäe seiner über 50jährigen Verleger-Karriere. 

In den letzten Tagen hat die „Gray Lady“ selbst einen kleinen Schritt gemacht, ihre Rentabilität zu verbessern. Sie hat erstmal auf der Titelseite einen Werbestreifen zugelassen. Bisher war für die „New York Times“ jede Werbung auf der Seite 1 verpönt. 75.000 Dollar soll sie für das relativ kleine „Display Ad“ unten am Rand der Zeitung von CBS bekommen haben, schätzen der Fachdienst „Silicon Alley Insider“Sollte die Times regelmäßig diesen Werbeplatz verkaufen können – was nicht immer möglich sein wird – würde sie so immerhin über 25 Mio. Dollar im Jahr zusätzlich erlösen. 
Ein weiteres Öffnen der Titelseiten für Werbung scheint für Zeitungsverlage eine der wenigen Möglichkeiten zu sein, mehr Geld in die Kasse zu bekommen. In Deutschland ist es nach MEEDIA-Recherche bei der „FAZ“, aber auch bei der „Süddeutschen“ zur Zeit noch nicht möglich, Werbung auf der Seite 1 zu buchen. Bei den anderen Blättern wie „Welt“, „Handelsblatt“ oder „FTD“ kann man kleinformatige Anzeigen auf der Titelseite schalten. Die meisten Werbemöglichkeiten auf Seite 1 bietet die BILD-Zeitung.

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