Rechtsaußen Farfal leitet Polens Staatssender TVP

Das staatliche polnische Fernsehen TVP, mit rund 36 Prozent Zuschaueranteil die größte Senderfamilie des Landes, hat mit Piotr Farfal einen ehemaligen Neonazi als neuen Direktor. Der erst 30 Jahre alte Farfal hat die nationalkatholische Liga der Polnischen Familien (LPR) hinter sich, als Student war er Aktivist der rechtsextremen „Allpolnischen Jugend“ und Mitherausgeber einer Zeitschrift, die gegen Juden und Minderheiten hetzte.

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2008 verlor Farfal eine Klage gegen die linksliberale „Gazeta Wyborcza“, die ihn einen „ehemaligen Neonazi“ nennt. Farfal ist Nachfolger des bisherigen TVP-Direktors Andrzej Urbanski. Urbanski war früher Leiter des Präsidialamts und galt als Vertrauter des Staatspräsidenten Lech Kaczynski und dessen Zwillingsbruder Jaroslaw, der die Oppositionspartei, „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS) führt. Farfals Wahl an die TVP-Spitze markiert den endgültigen Zerfall der nationalpatriotischen Koalition in Warschau.

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