10 Erfolgsregeln für das Medienjahr 2009

1. Content First!Print oder Online, Text oder Video, Desktop oder Mobile: In der Vergangenheit galt die Aufmerksamkeit der Branche den Vertriebskanälen, weil diese die Mediennutzung revolutionieren. Doch auch das beste Medium taugt wenig, wenn die Message fehlt. Zielgruppen sind (vor allem im Internet) langfristig nur mit originären Inhalten zu binden; es lohnt sich, in journalistische […]

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1. Content First!
Print oder Online, Text oder Video, Desktop oder Mobile: In der Vergangenheit galt die Aufmerksamkeit der Branche den Vertriebskanälen, weil diese die Mediennutzung revolutionieren. Doch auch das beste Medium taugt wenig, wenn die Message fehlt. Zielgruppen sind (vor allem im Internet) langfristig nur mit originären Inhalten zu binden; es lohnt sich, in journalistische Qualität zu investieren.
2. Copycats vermeiden
Vor allem im Web läuft die Zeit der erfolgreichen Klone ab. Die Märkte sind verteilt, wer jetzt noch in Kopien etablierter Konzepte investiert, hat kaum noch Chancen auf Erfolg. Enge Märkte verlangen Fingerspitzengefühl und Feinjustierung.
3. Neue Ideen und Konzepte nicht unterschätzen
Nur weil das Geld knapp ist, gibt es keinen Grund, neue Konzepte gleich zu verwerfen. Guten Ideen sollte man eine Chance geben, notfalls mit kleinem Budget. Die Medienzukunft wird auch 2009 aus Ideen gemacht.
4. Blattmacher sind wieder gefragt
Unternehmensberatungen sind im vergangenen Jahr die einflussreichsten Größen in vielen Medienbereichen gewesen. Sie bieten (mehr oder weniger nützliche) Konzepte. Aber die tägliche Ausgestaltung ist entscheidend. Deshalb kommt es auf Blattmacher und motivierte Redaktionen an. Man darf sicher sein: Der Leser merkt den Unterschied.
5. Pool-Redaktionen richtig aufstellen
Newsroom, Zentralredaktion, Content Desk: moderne Vokabeln für die altbekannte Regel, dass gut vernetzte Redaktionen schneller, effektiver und kostengünstiger arbeiten. Leider verwechseln viele Verlage eine funktionierende Pool-Redaktion mit räumlicher Nähe der Angestellten. Aber: Redakteure aus den unterschiedlichsten Bereichen einfach zusammen zu pferchen, bringt nichts. Es dauert Monate, wenn nicht Jahre, bis eine Zentralredaktion rund läuft. Faustregel: Ein Drittel der Mitarbeiter muss ausschließlich für EIN Format arbeiten, die anderen liefern an alle Angebote. Und für den Leser zählt nur das Produkt, allein darauf kommt es an.
6. Print, Online, Radio & TV auf einander abstimmen
Jede Medienform hat ihre Stärke und ihren Vorteil. Wer die Angebote intelligent kombiniert und sie zu einer Vermarktungseinheit verschweißt, hat die besten Chancen, alle Altersgruppen und damit auch die Werbekunden an sich zu binden. Dabei muss jede Gattung ihre Stärke ausspielen und gleichzeitig Bestandteil einer umfassenden Medienmarke sein.
7. Qualität zahlt sich aus – vielleicht erst 2010
Die Krise erzeugt Kostendruck. Fast überall muss gespart werden. Entscheidend dabei ist, dass Medienmanager das Sparpotenzial richtig einschätzen und die Produkte durch zu rigide Budgetvorgaben nicht existenziell beschädigen. Eine Marke aufzubauen, dauert oft Jahre, sie zu zerstören, kann ganz schnell gehen. Wer hier weitsichtig agiert, setzt 2009 vielleicht keine Bestmarke bei der Rendite, sichert sich aber eher einen langfristigen Wettbewerbsvorteil.
8. Zweite Chance für Paid Content
Not macht erfinderisch. Paid Content, lange totgesagt, ist wieder ein Thema. Fallende Preise bei der Bannervermarktung machen vor allem den Betreibern von redaktionellen Portalen zu schaffen. Die Lösung wäre ein Bezahlmodell für Nutzer. Abwegig scheint das nicht, denn die zahlen ja auch für ihr Handy, bei iTunes, für Klingeltöne, für die Mitgliedschaft bei Xing oder für Bücher bei Amazon. Funktionieren kann ein solches Modell aber nur, wenn es umfassend von etlichen Anbietern eingeführt würde, günstig und einfach (Flatrate) wäre und einen klaren USP bieten würde.
9. All Business is local
Im Internet findet man alles, aber vergleichsweise wenig über das, was einen unmittelbar umgibt. Es gibt Restaurantfinder, Szene-Guides, Bewertungsportale oder user generated content, jedoch kaum redaktionelle Inhalte. Regionalzeitungen setzen ihre Webangebote bewusst auf Diät, weil sie Kannibalisierungseffekte fürchten oder kein Geschäftsmodell sehen. Hier ist ein Inhaltsvakuum entstanden, das Raum für neue Anbieter schafft – wenn die Verlage diesen nicht nutzen, werden es andere tun.
10. Mut zur Lücke
Jede Krise bietet auch Chancen. Diese könnten 2009 in der Spezialisierung liegen. Der Sparzwang dürfte bei vielen Medienangeboten zu mehr Mainstream und weniger Tiefgang führen. Wer Teilbereiche konsequent und kompetent abdeckt, könnte im Krisenjahr zu den Gewinnern gehören.

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