Das Top und Flop-Ranking: Platz vier

Publishing Die Web-Gewinner und -Verlierer des Medienjahres 2008. Jeden Tag bis Neujahr verrät MEEDIA einen weiteren Top- und Flop-Kandidaten. Auf den hinteren Plätzen liegen bislang die „FAZ“, Zoomer, Mister Wong, die Bild-Leserkamera oder die drei Video-Musketiere Olivers Gehrs, Matthias Matussek und Harald Martenstein. Auf Platz vier der Top-Wertung schaffte es eine Internet-Company aus Hamburg, der das seltene Web-Kunststück gelang, trotz reiner Werbefinanzierung den Break Even zu erreichen.

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Flop: Platz 4
Bürgerjournalismus

Der Traum vieler Nachrichtenmacher: Anstatt einer teuren Redaktion übernehmen motivierte Bürger-Reporter die Arbeit der Journalisten. Sie recherchieren und schreiben selbst und sorgen so für eine funktionierende Regionalpresse. Klasse Theorie, nur bislang nicht funktionstüchtig. Bis auf kleine Ausnahmen wie MyHeimat gelang noch keiner bürgergetriebenen Redaktion der Durchbruch.

  1. Schreiben und Recherchieren dauert Zeit und ist anstrengend. Ein Fakt, den vor allem Amateure immer wieder unterschätzen.
  2. Wem die Schreib- und Recherche-Arbeit allerdings wirklich Spaß macht, der startet in der Regel einfach sein eigenes Blog. Potentielle Bürger-Reporter leben sich lieber Blogger aus. Nur logisch: Sie sind ihr eigener Herr und Teil einer riesigen Community.

Neben Bürgerjournalismus-Projekten auf regionaler Ebene gehören aber auch die meisten Social News-Portale zu den Verlierer der vergangenen zwölf Monate. Angebote wie Yigg.de oder Webnews sind dieses Jahr zwar nicht eingebrochen, sie haben aber den großen Durchbruch zu schaffen verpasst. Im Krisenjahr 2009 wird es ungleich schwerer.

Spannend hingegen wird folgende Frage: Was passiert mit unzähligen Lokaljournalisten, die in der ersten Jahreshälfte 2009 ihren Job verlieren werden? Ihnen könnte es gelingen – Dank ihrer Berufserfahrung und der guten lokalen Vernetzung – einen erfolgreichen News-Hybriden aus Profi- und Amateur-Reportern aufzuziehen. Not macht erfinderisch. In diesem Sinne wird 2009 für den Journalismus das wohl spannendste Jahr der vergangenen Jahrzehnte.

Top: Platz vier
Qype: Europäische Erfolgsgeschichte aus Hamburg

Im Interview mit MEEDIA sprach Qype-Gründer Stefan Uhrenbacher den entscheidenden Satz: „In Deutschland werden wir jetzt im November Break Even erreichen“. Damit gelingt der Hamburger Web-Company als eines der ersten Deutschen Start-ups das Kunststück, sich ausschließlich über Werbung zu finanzieren. Weiter erzählte Uhrenbacher stolz: “Wir sind im letzten Jahr von 900.000 Unique Usern auf über 6 Mio. Unique User gewachsen und haben aktuell 550.000 Reviews. Die nächsten uns bekannten europäischen Wettbewerber liegen unserer Zählung nach um die 50.000. Für 2009 streben wir 12 Mio. Unique User an, allerdings haben wir unsere Planzahlen in 2008 schon zweimal nach oben verschoben, da wir die Ziele übererfüllt hatten.”
Der Fairness halber muss gesagt werden, dass Qype lediglich in Deutschland bislang den Break Even knackte. Im europäischen Ausland schreibt das Start-up noch rote Zahlen.

Doch wer die neue Killer-Applikation Qype-Radar für das iPhone gesehen hat, weiß: Die Hamburger können damit fast jeden Markt in ganz Europa knacken.
>> Platz 5: Ebay-Deutschland, Shopping-Communitys
>> Platz 6: Bild-Leserkamera

>> Platz 7: Video-Stars, Zoomer.de
>> Platz 8: Mister Wong, Schwarzekarte

>> Platz 9: Combots, Ikea

>> Platz 10: „FAZ“, FAZ-Blogs

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